Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

SPD: "Hervest braucht Hilfe"

DORSTEN Die SPD hatte den Blues. Zumindest bei der Eröffnung ihres Neujahrs-Empfangs durch das Blues-Duo Tom Vieht und Christoph Urbaniak.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 27.01.2008
SPD: "Hervest braucht Hilfe"

<p>Die Neujahrsrede beim SPD-Empfang in der Petrinum-Aula hielt diesmal die stellvertretende Landesvorsitzende Britta Altenkamp (3.v.l.). Sie wurde begrüßt (v.l.) vom Stadtverbands-Vorsitzenden Carsten Entinger, Fraktions-Chef Heinz Denniger, Landtagsabgeordneten Wolfgang Röken, der stellvertretenden Bürgermeisterin Susanna Simmerl, dem Ehrenvorsitzenden Heinz Ritter und dem Bundestagsabgeordneten Dieter Grasedieck. Krause</p>

Dann aber sorgten die Redner schnell dafür, dass Aufbruchstimmung die Blues-Melancholie verdrängte. Weit mehr als 100 Zuhörer waren am Sonntagmorgen der SPD-Einladung in die Petrinum-Aula gefolgt, um den Ansprachen von Carsten Entinger, Heinz Denniger und Britta Altenkamp zu lauschen.

"Worüber sollen wir uns in der Kommunalpolitik streiten, wenn es nichts zu verteilen gibt?", fragte der SPD-Stadtverbands-Vorsitzende Entinger in seiner Begrüßungsrede. Die Antwort schickte er gleich hinterher: "Es geht nicht nur um das Verteilen, sondern auch um das Gestalten." Wie wichtig dabei in diesem Jahr das SPD-Schwerpunkt-Thema "Gerechte Bildung für alle" werden könnte, verdeutlichte er am Bezug zum Reizthema "Jugendgewalt": "Dagegen hilft am besten Prävention." Gespräche mit Hervester Jugendlichen hätten gezeigt, dass ihre Situation oft von Perspektivlosigkeit und Langeweile geprägt werde. Entinger: "Ein Lösungsansatz könnte sein, sie in den Aufbau eines neuen Hervester Jugendzentrums einzubinden."

Weiteren Kindestod verhindern

Fraktions-Chef Heinz Denniger gab zunächst der Blues-Stimmung eine neue Chance. Er zeichnete ein aktuelles Bild der traurigen Finanzentwicklung: "Dorsten muss jährlich allein 16,5 Mio Euro für den Zins- und Schuldendienst aufwenden." Dann aber richtete er den Blick nach vorn. Denniger forderte, Rat und Stadt müssten alles Menschenmögliche tun, um durch Vorbeugung einen weiteren Kindestod zu verhindern, "auch wenn wir derartige Fälle niemals völlig ausschließen können".

Ganz wichtig für die Entwicklung der Stadt sei, dass im neuen Jahr endlich etwas am Standort Hervest passiert: "Zu lange hat sich dort auf den Zechenflächen nichts voran bewegt."

Wachsende Kluft

Britta Altenkamp, die stellvertretende NRW-Landesvorsitzende der SPD, kehrte wieder zur Kinder- und Jugendpolitik zurück und übte heftige Kritik an Kopfnoten und dem neuen Kinderbildungsgesetz: "Die Spreizung zwischen arm und reich wird verschärft!" Mit besorgtem Blick auf künftige Wahlkämpfe wünschte sie, dass "die unsägliche Kampagne der hessischen CDU gegen ausländische Jugendliche" keinen Erfolg habe.

Der systematischen Entwertung der Stadträte durch die Rüttgers-Regierung wolle die SPD den Schwerpunkt Kommunalpolitik entgegensetzen. Denn zum Ziel für 2011, SPD-Mehrheiten in Europa, Bund und Land, führe das Müntefering-Motto: "In Stadt und Land gehn wir Hand in Hand!"

Lesen Sie jetzt