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Schachtzeichen-Programm abgesagt

Ruhr.2010

DORSTEN Der Frust sitzt tief bei Manfred Wissing vom Dorstener Bergbauverein. Das von ihm auf Fürst Leopold mitgeplante Schachtzeichen-Programm ist abgesagt worden. Der gelbe Ballon wird aber wahrscheinlich trotzdem über Hervest schweben.

von Von Michael Klein

, 01.04.2010
Schachtzeichen-Programm abgesagt

Dieses Zechen-Aquarell von Rüdiger Kramer wäre bei der Ausstellung zu sehen gewesen.

„Ich gehe davon aus, dass wir auf einem benachbarten Grundstück einen Standort für den Ballon finden werden“, erklärte Sabine Radomski, die Schachtzeichen-Projektleiterin im Essener Ruhr.2010-Kulturhauptstadtbüro. Se findet es „äußerst schade“, dass die Veranstaltungen ausfallen muss. Für das Pfingst-Wochenende und die Tage danach hatte der Bergbau-Verein in der Lohnhalle der Zeche ein umfangreiches Begleitprogramm zu dem Ruhr.2010-Projekt vorgesehen. „Am Dienstag wurden wir aber von dem Justitiar der Tempelmann-Gruppe darüber informiert, dass man wegen bergrechtlicher Gründe nicht die Verantwortung übernehmen könne“, so Manfred Wissing.

Da das Programm nur in Verbindung mit dem Zechengelände Sinn gemacht hätte, hat Manfred Wissing inzwischen alle Beteiligten über die Absage informiert. „Sie müssen ja Planungssicherheit haben“, so Wissing. Bei der Betreuung des Ballons, so er denn aufgelassen werden wird, wollen die Vereinsmitglieder aber weiterhin mitwirken. Auch Ralf Ehlert, Projektmanager der Tempelmann-Gruppe ärgert sich, dass die RAG das Gelände weiterhin in der Bergaufsicht behält. „Die Gebäude sind aus dem Bergrecht entlassen, das Gelände aber nicht“, sagt er. „So können wir keinen Zugang zu den Veranstaltungsorten garantieren“, begründet er die Entscheidung. „Wir wären ja gerne selbst mit Aktionen dabei gewesen.“ Ralf Ehlert erklärte, eine Plan B-Lösung zu finden zu versuchen, Manfred Wissing aber hat das Kulturfest nach eigenen Worten innerlich abgehakt.

Für Klaus Schmidt, Leiter des Dorstener Kulturbüros, ist die ganze Sache „ein unglaublicher Vorgang“: „Da arbeiten Ehrenamtliche ein Jahr an dem Projekt und dann platzt sieben Wochen vorher so eine Bombe.“ Der Künstler Rüdiger Kramer, der allererste Tisa-Preisträger übrigens, wollte gern seine Aquarelle, die er um Fürst Leopold herum gemacht hatte, bei der Gelegenheit ausstellen. „Und nun ist nix“, sagt er enttäuscht und hofft nun, dass er einen anderen Veranstaltungsort angeboten bekommt.