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Schorschi und die stürmischen Schwestern

18.05.2007

Schorschi und die stürmischen Schwestern

Wenn ich mit hochtoupiertem Haar im Hully-Gully-Schritt in die Redaktion getanzt wäre - ich glaube, meine Kolleginnen und Kollegen hätte es nicht verwundert: Scheiteltief steckte ich wochenlang in Dorstens 60er Jahren, die wir in der nun abgeschlossenen Leserfotoaktion ins Visier genommen haben. Mit mehr als 500 Fotoeinsendungen war die Resonanz überwältigend, und die Schmunzelstorys, die unsere Leserschaft aus ihren Erinnerungen kramten: einfach köstlich!

Zum Beispiel die Zwerchfell schüttelnden Geschichten von heißspornigen Petrinum-Primanern, die unerschrocken das auf den Balkon des St. Ursula-Mädchenpensionats führende Abflussrohr an der Klostermauer erklommen, um Kontakt zum weiblichen Geschlecht aufzunehmen . . .

Freudiges Wiedersehen

Welches klägliche oder glückliche Ende diese und weitere wahre lokale Begebenheiten nahmen, können Sie in dem Buch über Dorstens 60er Jahre nachlesen, das im Herbst dieses Jahres erscheinen wird. Doch eine schöne Begebenheit, die sich aus der Leserfotoaktion entwickelt hat, möchten wir Ihnen jetzt schon erzählen, die Geschichte von Schorschi und den zwei stürmischen Schwestern:

"Flott unterwegs waren auch die stürmischen Schwestern Edith (l.) und Marianne Klein, die auf diesem Bild den heißen Ofen von ihrem Freund ,Schorsch´ (Georg) Grasshoff" testen", war unter dem veröffentlichten Foto (unten) zu lesen. Kurz darauf traf eine E-Mail des Ex-Dorsteners "Schorsch" Grasshof in der Reaktion ein. "Mit den beiden jungen Damen auf meinem Kleinkraftrad war ich seinerzeit befreundet. Leider ging der Kontakt 1964 durch meine Einberufung zur Bundeswehr verloren", schrieb Georg Grasshoff, der mittlerweile in Meppen wohnt. Schon einige Male habe er versucht, mit seiner damaligen Tanzpartnerin Edith Kontakt aufzunehmen - er habe sie aber trotz aller Bemühungen nicht auffinden können.

Als ihm jetzt alte Dorstener Bekannte den Zeitungsausschnitt mit dem Foto der stürmischen Schwestern zugesandt hatten, schöpfte er neue Hoffung: "Ich würde mich freuen, von Ihnen näheres über den Verbleib der beiden Damen zu erfahren."

Dem "Schorsch" konnte geholfen werden: Die Dorstener Zeitung knüpfte gern die Kontakte und so klingelte schon kurz darauf bei den beiden Schwestern das Telefon, dem ein Treffen mit jeweiligen Ehepartnern in Dorsten folgte: "Wir hatten uns so viel zu erzählen", freuten sich die alten Freunde über ein Wiedersehen, "schließlich haben wir mehr als 40 Jahre nichts mehr voneinander gehört."

Auf eine erneute Moped-Probefahrt wurde allerdings verzichtet, denn Edith und Schorsch entdeckten, dass sie nun die Vorliebe für eine andere rollende Spezies teilen: bequeme Wohnmobile!

Schorschi und die stürmischen Schwestern

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