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Stadt Dorsten duldet die Trinkerszene weiter

Kein Alkoholverbot in Dorsten

Trotz Beschwerden denkt die Stadtverwaltung von Dorsten nicht an ein Alkoholverbot in der Innenstadt. Die Trinkerszene will sie mit anderen Mitteln in den Griff bekommen.

Dorsten

, 15.03.2018
Stadt Dorsten duldet die Trinkerszene weiter

In zahlreichen Innenstädten gibt es ein Alkoholverbot, wenn nicht gerade ein größeres Fest ansteht. In Dorsten wird es solche Verbotsschilder vorläufig nicht geben. © picture alliance / Uwe Zucchi/dp

Sie hinterlassen Müll, aber sie machen meistens keine Randale. Sie sind einfach da. Und trinken. Jeden Tag. Mal sind sie zu dritt, mal sind es ein halbes Dutzend Männer, die sich hinter „Toom“ an der Treppe zum Willy-Brandt-Ring treffen. „Das ist ein Schandfleck“, meint Julia Duske.

Verbote etwa in Gera oder Kassel

Eine andere Mutter berichtet auf der Facebook-Seite der Dorstener Zeitung, dass ihr Sohn sich auf dem Heimweg von der Schule fürchtet und nicht verstehen kann, warum „die Männer da hinpinkeln“.

Städte wie Gera oder Kassel haben auf die Trinkerszene mit einem Alkoholverbot reagiert. Der Rat der Stadt Duisburg hat vor Kurzem das Alkoholverbot in der City bis 2021 verlängert, weil „die Erwartungen erfüllt wurden und der Konsum stark zurückgegangen ist“.

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Die Dorstener Stadtverwaltung verfolgt indes eine andere Strategie, wie Pressesprecherin Lisa Bauckhorn am Mittwoch auf Nachfrage einräumte: „Über ein Alkohol-Verbot in der Altstadt wird derzeit nicht nachgedacht. Das Grundproblem ist durch Vertreibung oder ein Alkohol-Verbot in bestimmten Bereichen nicht lösbar.“

Früher am Ehrenmal

Eine Trinkerszene gibt es in der Altstadt schon lange. Früher traf sie sich gerne am Ehrenmal am Westwall. Doch als die Bäume dort gefällt wurden und der Bereich neu gestaltet wurde, hat man sich einen anderen Treffpunkt am Platz der Deutschen Einheit gesucht. Solche „Trinkerecken“ gibt es auch in manchen Stadtteilen, beispielsweise am Handwerkshof in Barkenberg, wie es kürzlich in der Wulfen-Konferenz hieß.

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Den Treffpunkt in der Altstadt hält die Stadtverwaltung augenscheinlich für unbedenklich: „Wenn sich eine Szene neu etabliert, etwa auf einem Spielplatz, greifen wir natürlich ein“, sagt Lisa Bauckhorn. So aber ist es Aufgabe des Ordnungsamtes, „öfter mal präsent zu sein, möglicherweise in Zukunft noch öfter als bisher“.

Beschwerden bei der Stadt

Der Kommunale Ordnungsdienst, der derzeit noch verstärkt wird, soll künftig diese Aufgabe übernehmen und regelmäßig auch in der Altstadt unterwegs sein. Und nach einem freundlichen „Guten Tag“ macht man dann die Herrschaften auch mal auf den Müll aufmerksam und wartet, bis die Flaschen aus den Rabatten eingesammelt worden sind.

„Im Allgemeinen stört das so, dass sich die Gruppe auflöst“, sagt Bauckhorn. Dass es immer mal wieder Beschwerden von Passanten gibt, räumt die Pressesprecherin ein. „Allerdings meistens hinterher, also wenn in der Nacht Störungen gewesen sind.“ Am nächsten Tag ist es dann meistens zu spät, um die alkoholisierten Krachmacher zurechtzuweisen.

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