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Streik lähmt Müllabfuhr und Stadtverwaltung

DORSTEN Die Gewerkschaften ver.di und komba haben am Mittwoch Teile der öffentlichen Verwaltung und der Vestischen lahm gelegt. Auch die Müllabfuhr befand sich im Ausstand.

von Von Holger Steffe

, 04.03.2008
Streik lähmt Müllabfuhr und Stadtverwaltung

Die Gewerkschaften legten gestern auch die Stadtverwaltung in Teilen lahm.

„So ein Mist, jetzt ist auch noch das Bürgerbüro geschlossen“. Nina Hünting ist sauer, nicht auf die Mitarbeiter, die streiken, sondern auf die Verwaltung. Vor einem Jahr ist die allein erziehende Mutter Dorstenerin geworden und hat bis heute keine Steuerkarte erhalten.

Nun sollte sie im Bürgerbüro gestern ein Formular ausfüllen, vom Streik hatte ihr am Telefon aber niemand etwas gesagt. „Leider lese ich die Zeitung erst später, sonst wäre ich nicht umsonst gekommen“, erklärt sie, nimmt Sohn Marius (4) auf den Arm und fährt zur Arbeit.

Die Mitarbeiter, die zum Komba-Streik nach Düsseldorf wollen, warten zu diesem Zeitpunkt noch auf ihren Bus im Foyer des Rathauses. Sie sind zufrieden damit, dass das geschlossene Bürgerbüro auch von städtischen Beamten nicht weitergeführt werden konnte.

Verschlossene Türen

Christian Benkel ist auch einer derjenigen, die um kurz nach 8 Uhr vor verschlossener Tür stehen, er hatte sich extra frei genommen, um sich umzumelden. „Wie erkläre ich das jetzt meinem Arbeitgeber“, macht er seinem Unmut Luft. Eine Bescheinigung, dass er überhaupt im Rathaus war, bekommt Benkel auch nicht, unverrichteter Dinge zieht er wieder ab.

An den Bushaltestellen hatten sich die meisten Mitbürger wohl schon eher auf den Streik eingestellt. Fahrgäste des RVN, RVM und Borkener, wurden auf Strecken, die nicht zum Netz der Vestischen gehören, auch befördert. Arthur Posen, der mit dem SB 25 nach Marl wollte, hatte Pech. „Ich habe dummerweise nicht in die ‚Dorstener‘ geschaut, wollte nur meinen Krankenschein beim Arbeitgeber abgeben, aber jetzt gehe ich nach Hause“, blieb er allerdings gelassen.

Gewerkschaftler zufrieden

Die Gewerkschafter waren mit ihrem Warnstreik überaus zufrieden. Vom Wettergott beflügelt, gaben sie sich kämpferisch. Von den über 1500 Demonstranten in Recklinghausen, waren allein 120 ver.di-Kollegen aus Dorsten mit drei Bussen gekommen. „Der Frust ist groß und wir sind kampfbereit“, so der Personalratsvorsitzende Karl-Heinz Reimann, der für den Fall des Scheiterns der Verhandlungen bei weiteren Streikmaßnahmen die Kindertagesstätten mit einbeziehen würde. 

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