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Tagebücher schlummerten unterm Dach

03.08.2007

Dorsten "Eigentlich ist es noch ein Geheimnis, weil die Ausstellung ja erst im Januar 2008 eröffnet wird", schmunzelt Thomas Ridder, Kurator des Jüdischen Museums. Doch "das Geheimnis" wird schon im 2. Halbjahresprogramm 2007 enthüllt: "Wir freuen uns sehr, am 20. Januar 2008 die Sonderausstellung über ein einzigartiges Zeitdokument eröffnen zu können", kündigt Ridder die Sonderausstellung "Petr Ginz Prager Tagebuch 1941-1942" an.

Im Jahr 2003 nahm der erste israelische Astronaut eine Kopie des Bildes "Mondlandschaft", das Petr Ginz 1942 vierzehnjährig gemalt hatte, mit an Bord der Raumfähre Columbia, die beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglühte. Das Unglück brachte den Namen des jüdischen Zeichners, Petr Ginz, in die Schlagzeilen, und so erfuhr seine Schwester, dass man Tagebücher ihres Bruders entdeckt hatte, die jahrelang unbeachtet auf einem Prager Dachboden gelegen hatten.

Der 1928 geborene Petr Ginz verfasste neben Tagebüchern und Gedichten gleich mehrere Romane und war in Theresienstadt maßgeblich an einer Untergrundzeitschrift beteiligt. Seine wieder gefundenen Aufzeichnungen aus dem Prag der Jahre 1941/42, die im Zentrum der Ausstellung stehen, bestechen durch ihre nüchterne, authentische Unmittelbarkeit. Die Zeitdokumente zeugen von den vielfältigen Begabungen eines Menschen, der keine Resignation erkennen lässt und der seinen Mördern zum Trotz auch heute noch zu uns spricht.

"Wir planen die Ausstellung mit eigenen Material über das KZ Theresienstadt zu erweitern", erzählt Thomas Ridder. Bis zum 17. Februar 2008 wird sie im Jüdischen Museum zu sehen sein. sing

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