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Verneigung vor Spiegel

Dorsten Eingeladen waren zahlreiche Pressevertreter. Doch nur die örtlichen interessierte offenbar ernsthaft, warum das Berufskolleg Dorsten Paul Spiegel als Namensgeber für die Schule wählte.

09.10.2007

Schade drum. Denn das Berufskolleg ist die erste Schule deutschlandweit, die mit freundlicher Zustimmung der Familie Paul Spiegels den verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden als Namensgeber auserkoren hat.

Zivilcourage will die Kollegschule damit einmal mehr unter Beweis stellen, ist sie doch eine der Schulen, für die die Integration so genannter Randgruppen selbstverständlich ist. Paul Spiegel eignet sich aus Sicht des Kollegiums und der Schüler der Kollegschule deshalb in besonderer Weise als Namensgeber: "Paul Spiegel ist eine Integrationsfigur, er ist authentisch", sagt etwa Schulleiter Norbert Weber. Und Schülersprecherin Katja Hageneier sieht in der Benennung der Schule nach Paul Spiegel einen weiteren Baustein für eine "tragfähige Schulkultur".

So meint Norbert Weber, dass das Kolleg schon in der Vergangenheit durch die aktive Gestaltung und die Teilnahme an Aktionen wie "Wir zeigen Flagge" oder die "Würde des Menschen ist unantastbar" schon mehrfach unter Beweis gestellt habe, dass sie unermüdlich um Toleranz und Respekt im Umgang miteinander wirbt. Die neue Namensgebung ist denn auch aus seiner Sicht nur eine logische Konsequenz der schulinternen Sozialarbeit.

Dabei hat die Kollegschule es nicht leicht. Denn die Schülerfluktuation ist naturgemäß hoch, die maximale Verweildauer an der Schule beträgt höchstens drei Jahre.

Einig ist man sich indes, dass alle neuen Jahrgänge demnächst direkt zu Beginn ihrer Schuljahre Einblick bekommen, warum das Kolleg "Paul Spiegel Berufskolleg Dorsten" heißt. "Wir haben im Forumseingangsbereich eine Tafel errichtet, aus der die wichtigsten Informationen über Paul Spiegel hervorgehen", erzählt Öffentlichkeitsarbeiter Martin Fleckenstein. Für ihn ist Sozialkompetenz eben nicht zum Nulltarif zu haben. "Man muss sie sich erarbeiten." In Paul Spiegel hat das Berufskolleg ein großes Vorbild für die Arbeit gefunden: "Im Zentralrat der Juden wurde unter seinem Vorsitz stets nach dem Prinzip der Konsensfähigkeit diskutiert. Wir arbeiten ebenfalls danach." eng

www.Berufskolleg-Dorsten.de

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