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Vier Bands ließen es im Treffpunkt Altstadt krachen

"Rebel Youth"-Konzert

DORSTEN Wäre es nach den Jugendlichen gegangen, die am Freitagabend die Grünflächen zwischen ZOB und Treffpunkt Altstadt belagerten, hätte das Dorstival schon im April steigen können. Aber leider bequemten sich ein paar "Sit-Ins" in den Treffpunkt zum aktuellen "Rebel Youth"-Konzertgeschehen.

von Von Kristoff Gött

, 25.04.2010
Vier Bands ließen es im Treffpunkt Altstadt krachen

Bassist Daniel Jakobus, Schlagzeuger Michael Kozera und Gitarrist/Sänger Christian Ekamp der Dorstener Band "Reverse", die als einzige echten Grunge spielten.

Bei rund 150 zahlenden Besuchern wäre noch reichlich Platz für alle gewesen. Und so verpassten viele die Auftritte der vier Bands, die viel Punk, viel Rock und ein wenig Grunge im Gepäck hatten. Dorstens Ska-Punks von "Vertikal" zogen das schwere Los des Openers und spielten sich nach Kräften durch ihr Set, das neben eigenen "Hymnen" wie "Das Mädchen aus Wanne-Eickel" auch Sanftes wie "When you say nothing at all" auswies, wenngleich die Ballade von Töle und Co.mit doppelter Geschwindigkeit aus einem saftigen Stück Punk gefräst wurde.

Als einzige wirkliche Grungeband des Abends brachte anschließend die Dorstener Formation "Reverse" die Boxen zum Glühen. Sänger und Gitarrist Christian Ekamp schrie sich in Eigenkompositionen wie "Scarfield" oder "I don't need you" den Frust von der Seele. Dabei kam es vor allem auf Energie und weniger auf Melodie an. Den Fans gefiel es und sie zeigten dies mit wildem,aber fairem Pogo vor der Bühne.

Überraschend viele ihrer Fans hatten "Shot to nothing" um Sänger und Gitarrist Stephan aus Marl mitgebracht. Ihr selbstbetiteltes "Power-Grunge"-Gemisch stellte sich eher als eine Mixtur aus Punk und Hardrock à la "Motörhead" dar, vor allem was die deutlich gesteigerte Lautstärke anging. Die Attribute laut und schnell ihres eigenen Materials oder beim "Misfits"-Cover "Die, die my darling" stießen beim Publikum auf Gegenliebe.

Die Kritiker der Reihenfolge der Bands des Abends sahen sich beim abschließenden Auftritt der "Bad Aces" leider bestätigt: Die musikalisch sicherlich kompakteste Band des Festivals spielte nur noch vor wenigen Verbliebenen. Wieder einmal zeigte sich, dass man besser lokalen Acts die letzten Töne überlässt, um Zuschauer zu halten, die zumeist nicht wegen der Musik, sondern wegen Musikern kommen. So machte der rasante Punk'n'Roll der Düsseldorfer zwar einen guten Eindruck, die verdiente Konzertatmosphäre kam aber nicht mehr auf.