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Wunschzettel für den neuen Schulhof

Umzug der Agatha-Schule

Wie soll der Schulhof am neuen Standort der Agatha-Schule aussehen? Darüber diskutierten am Donnerstagabend Kinder, Eltern und Lehrer mit der Verwaltung. Sie haben viele Ideen und eine Forderung.

Dorsten

, 04.05.2018
Wunschzettel für den neuen Schulhof

Der Schulhof der Geschwister-Scholl-Schule soll für die Grundschüler der Agatha-Schule umgestaltet werden. Eltern und Lehrer befürworten, dass auch die Wiese (r.), die zum Baugebiet gehört, den Schülern zum Toben bleibt. bludau © Bludau

Titus schaut sich interessiert auf dem Schulhof um, der jetzt noch den „Großen“ von der Geschwister-Scholl-Schule gehört. Ab dem Schuljahr 2019/2020 will er mit seinen Freunden, mit denen er dann die dritte Klasse der Agatha-Schule besucht, dort spielen. Damit das geht, muss dort aber noch viel passieren. Was, das weiß der Erstklässler schon genau. „Eine Nestschaukel, ein Basketballkorb, ein Fußballplatz, eine Seilbahn, ein Sandkasten“ stehen auf seinem Wunschzettel.

Umfrage in der Schule

Auch viele seiner Schulkameraden haben diese Wünsche. Das weiß Schulleiter Herbert Rentmeister aus einer Umfrage, die er unter seinen Schülern gemacht hat: 178 Kindern ist ein Sandkasten wichtig, 140 ein Fußballplatz. Noch mehr Kinder plädieren für ein Klettergerüst (228) und einen Turm mit Rutsche und Wackelbrücke (221). „Ganz viele haben sich auch eine Wippe gewünscht und eine Schaukel. Aber die machen immer so hässliche Wunden“, erklärte Herbert Rentmeister den Kindern, die am Donnerstagabend mit ihren Eltern zur Versammlung in das Forum der Geschwister-Scholl-Schule gekommen waren.

Herausforderungen stellen

Alles geht also nicht. Aber dass der Schulhof für eine Grundschule ganz anders werden muss, ist auch den Erwachsenen klar. „Die Kinder sollen einen Platz bekommen, auf dem sie sich wohlfühlen. Und wo sie sich Herausforderungen stellen können“, sagt Rentmeister. „Sie sollen hoch hinaus klettern können. Denn Kinder klettern in der Regel nur so hoch, wie sie auch wieder runter kommen.“

Gleichzeitig soll der Schulhof Spielgeräte für körperbehinderte Kinder bereithalten. „Ein Niedrigtrampolin ist für Rolli-Kinder ideal.“ Da auch in der Schule durch den Einbau eines Fahrstuhls und Rampen auf Barrierefreiheit geachtet wird, „wären wir dann die erste Schule in Dorsten, an der Rollikinder ohne Probleme sein könnten“, sagt Rentmeister.

Platz zum Toben

Noch wichtiger als jedes Spielgerät ist vielen Eltern und Lehrern aber der Platz, der ihren Kindern zukünftig zur Verfügung stehen wird, um sich in der Pause ordentlich auszutoben. Fest vorgesehen ist dafür die 2665 Quadratmeter große Fläche des jetzigen Hauptschulhofes vor dem Haupteingang und die 356 Quadratmeter vor den Pausentoiletten. Über den Schulgarten soll sich der Offene Ganztag freuen können; auch für ein grünes Klassenzimmer könnte ein Teil davon genutzt werden, lautete ein Vorschlag am Donnerstag.

Kleineres Baugebiet?

Allein mit der Fläche des Hauptschulhofes ist die von den zuständigen NRW-Ministerien empfohlene Fläche von fünf Quadratmetern Schulhof pro Schüler übererfüllt; 9,1 Quadratmeter sind es bei der aktuellen Schülerzahl von 294. Dennoch gebe es bereits Überlegungen, wie man eine größere Schulhofsfläche schaffen könne, berichtete Bürgermeister Tobias Stockhoff. Ein Ansatz: das Baugebiet An der Seikenkapelle/Nonnenkamp nicht in voller Größe bebauen und ein Teil der Fläche der Schule überlassen. Dafür gebe es schon Anregungen aus der Politik. „Die Pläne für das Baugebiet sind gemacht worden, als wir noch nicht wussten, dass die Agatha-Schule an diesen Standort zieht“, sagte der Bürgermeister zur Erklärung. Änderungen seien noch möglich, da das Baugebiet voraussichtlich erst in eineinhalb Jahren endgültig beschlossen werde.

Rund um die Agatha-Schule noch Platz zu lassen, sei auch aus einem anderen Grund notwendig: „Vielleicht brauchen wir irgendwann eine Gebäudeerweiterung. Vor 25 Jahren wussten wir auch noch nichts von OGS und Inklusion. Wer weiß, was die Zukunft bringt“, so der Bürgermeister.

Wiese soll bleiben

Mit Nachdruck befürworteten die Grundschullehrer eine Verkleinerung des Baugebietes: „Es muss noch eine weitere Schulhoffläche geben und dieser Bereich, diese Wiese, ist optimal, auch weil die Kinder dort im Grünen spielen können.“ Auch Mutter Tina Winterberg betonte: „Kinder brauchen Platz. Die Schule zieht ja auch aus der Stadt raus, um mehr Platz zu haben. Was sind schon ein paar Häuser gegen eine Schule, die hier vielleicht 100 Jahre stehen wird und in die viele Kinder gehen werden? Sie könnten diese Wiese so toll nutzen. Hier könnte man richtig was draus machen.“ Titus hätte sicher schon Ideen dafür.

Im September soll es eine weitere Versammlung der Schulgemeinschaft mit der Verwaltung geben, bei der die ersten Entwürfe besprochen werden. Die Pläne für das Gebäude stehen hingegen bereits fest. Ende der Sommerferien geht es mit den Umbauarbeiten los, unter anderem entsteht im jetzigen Fachräume-Trakt im Erdgeschoss der OGS-Bereich; im ersten Stock wird es u.a. einen Forscherraum geben. Auch das Forum wird umgestaltet.