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Wilfried Schmickler wortgewaltig

DORSTEN Scharfrichter Wilfried Schmickler packte die Axt aus und traf zielgerichtet ins Mark aller Dumpfbacken der Deutschen Politik, Wirtschaft und Medienlandschaft.

von Von Ralf Pieper

, 02.03.2008
Wilfried Schmickler wortgewaltig

Mit messerscharfer Zunge hieb Wilfried Schmickler auf die bundesdeutschen Dumpfbacken gnadenlos ein.

So geschehen am Freitagabend im Wulfener Gemeinschaftshaus. Respektlos und rabenschwarz trat der Kabarettist der allgegenwärtigen Verblödung des Deutschen Staates entgegen: „Was ist der Unterschied zwischen einem Neo-Nazi und einem Türken? Der Türke hat Arbeit und spricht fließend Hochdeutsch.“

Natürlich wurde das Programm von Wilfried Schmickler nach eigenen Angaben vor der Aufführung von den hochqualifizierten Leberwurstexperten der zuständigen Selbstzensurbehörde aufs Genaueste überprüft. So gab es beispielsweise keine Papstwitze, wie zum Beispiel den: „Beim Papstbesuch in Köln erleidet sein Schiff bei einer Fahrt auf dem Rhein einen Motorschaden. Als die tausend Gläubigen auf der Brücke das sehen, winken sie aufgeregt mit den Armen und rufen: Der Papst treibt ab, der Papst treibt ab.“ Schmicklers Markenzeichen ist seine aberwitzige Wortakrobatik. Seine Opfer sind immer Täter: „Was ist los mit unserem Staat? Ganz einfach - die öffentlichen Hände sind so leer wie das Hirn von Roland Koch.“ Der Kabarettist zelebriert auf der Bühne den Ausverkauf des Deutschen Sozialstaates: „Hier können sie Werte kaufen. Der ganze Ramsch muss weg. Was ist Gut und Böse schon wert, wenn Böse trotzdem das größere Auto hat. Greifen sie zu, denn der Russe schläft nicht und auch der Chinese ist schon hellwach.“

Unverblümte Wahrheit

Wilfried Schmickler wirft dem Publikum die unverblümte Wahrheit an den Kopf. Immer hart an der Schmerzgrenze enttarnt er den alltäglichen Wahnsinn. Dem Publikum im Gemeinschaftshaus wurde zwei Stunden Politkabarett geboten, wie es sein sollte: Jogging für die Lachmuskeln und fürs Gehirn. Die Lage des Deutschen Staates ist ernst aber nicht hoffnungslos oder, um es wie Schmickler mit den Worten des letzten großen Deutschen Lothar Matthäus zu sagen: „Wir dürfen den Sand nicht in den Kopf stecken.“

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