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Wolfgang Trepper feiert "Heimspiel"

SCHERMBECK Für den Kabarettisten Wolfgang Trepper war der Auftritt am Freitagabend im Begegnungszentrum wie ein Heimspiel.

von Von Helmut Scheffler

, 09.03.2008
Wolfgang Trepper feiert "Heimspiel"

Kabarettist Wolfgang Trepper sorgte nicht nur mit der Darstellung von Edmund Stoibers „Redekünsten“ beim Schermbecker Publikum für schallendes Gelächter.

Der gebürtige Rheinhausener freute sich über den Auftritt in der „Heimat“ und gestand den Schermbeckern zu, in einem Ort mit typischen niederrheinischen Erscheinungsbildern zu leben. Zum zweiten Male war Trepper Gast der Schermbecker Kulturstiftung. Während er beim Hüsch-Abend dem verstorbenen Kabarettisten-Papst ein posthumes Denkmal setzte, lud er diesmal die etwa 100 Zuhörer mit seinem Programm „Dinner for Niederrhein“ zu einem Menü ein, das mit ganz unterschiedlichen sprachlichen Zutaten gewürzt war und den Zuhörern beim Rückblick auf das Jahr 2007 manche Freudenträne in die Augen trieb.

"Kochsendungen hasse ich wie die Pest"

„Kochsendungen hasse ich wie die Pest“, stellte Wolfgang Trepper mit dem Blick auf die vielen Fernsehsendungen fest. Köstlich das Nachahmen von Bioleks Kochkünsten und die satirische Auseinandersetzung mit dem „Promi-Dinner“. Schonungslos nahm Trepper die Politiker aller Fraktionen aufs Korn, den Verteidigungsminister Jung, dessen Vorstellung vom Abschießen bedrohender Flugzeuge den Begriffen „Last-Minute-Reisen“ und „Kurzurlaub“ eine ganz andere Bedeutung gab. Wenig später wurde Edmund Stoibers rhetorisches Geschick bloßgestellt und mit dem Blick auf NRW von Trepper festgestellt: „Keine Sau kennt Hannelore Kraft“.

Miss World

Wenn man Kanzlerin Merkel zur „Miss World“ werden lässt und vom Kardinal Meisner behauptet, dass er vom lieben Gott bestimmt stückweise geholt werde, wobei das Hirn offensichtlich schon angekommen sei, hat man die Lacher auf seiner Seite. Dass man die Texte von Schlagern wie Michael Holms „Mendocino“ zu reinsten Lachnummern werden lassen kann, wenn man ihre Texte einmal vom Wortsinn her betrachtet, machte Trepper auch an Schlagern von Vicki Leandros und Marianne Rosenberg deutlich. Auf eher betretenes Lächeln schrumpfte das sonst fröhliche Lachen der Zuhörerinnen zusammen, wenn Trepper sich bisweilen als ein Bremsklotz der Emanzipation erwies.