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20 neue Stellen für Jugendhilfe

DORTMUND Nun ist es ganz offiziell: Die Mitarbeiter der Jugendhilfedienste brauchen Hilfe. Ein neues Gutachten bestätigt die Überlastung und stellt einen zusätzlichen Bedarf von etwas mehr als 20 Stellen fest.

von Von Susanne Riese

, 07.08.2007
20 neue Stellen für Jugendhilfe

Schon im vergangenen Jahr protestierten betroffene Mitarbeiter im Rathaus für eine Aufstockung des Jugendhilfedienstes.

Gestern stellte die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) ein neues Gutachten zu den Arbeitsbedingungen der Jugendhelfern im Kinder- und Jugendausschuss vor.  Die Untersuchung objektiviert und bestätigt die „gefühlte“ Überlastung der Jugendhilfe. GPA-Mitarbeiter Raoul Termath: „Die Untersuchung zeigt, dass wegen der hohen Arbeitsbelastung die gesetzliche Pflichtleistungserbringung eingeschränkt ist.“ Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit der Dienste seien dadurch beeinträchtigt. Das Gutachten der GPA bestätigt einen Bedarf von 20 Stellen bei zurzeit etwas mehr als 92 Stellen. Eine Aufstockung auf knapp 113 Stellen würden die Mitarbeiter rechnerisch um rund 20 Prozent entlasten.

Weniger stationäre Hilfe

Verbesserungsmöglichkeiten stellt die GPA in drei Richtungen fest: Familienunterstützende Leistungen sollen von 30 auf 50 Prozent ausgeweitet werden. Ebenfalls zunehmen soll der Bereich Prävention, qualifizierte Familienberatung und -therapie sowie flexible Hilfe. Großes Augenmerk gilt der Vermeidung der stationären Hilfe zugunsten von Reintegration, denn an dieser Stelle zeigt sich das meiste Einsparpotenzial für das zusätzliche Personal. 6,5 dieser neuen Stellen sollen in der Qualitätssicherung entstehen, 8,59 im Bereich Prävention und Leistungssteigerung und 5,6 bei der Vormundschaft.

Umsetzung möglichst schnell

Die Realisierung der zusätzlichen Stellen und die Umsetzung der übrigen Verbesserungsvorschläge soll möglichst schnell erfolgen, versprach Stadträtin Waltraud Bonekamp. „Erstmals liegt uns jetzt eine flächendeckende Begutachtung der Situation und des Verbesserungspotenzials vor“, so die Dezernentin. „Jetzt müssen wir schnell agieren.“ Trotz der Sommerferien sei die Umstrukturierung bereits eingeleitet, die ersten 13 Stellen seien schon ausgeschrieben. Übergangslösungen könnten eventuell auch mit befristeten Stellen geschaffen werden, meinte Ausschussvorsitzender Friedhelm Sohn.

Der Gewerkschaft verdi gehen die Pläne nicht weit genug. Rund 30 Mitglieder protestierten gestern im Vorfeld der Sitzung vor dem Rathaus. Sie befürchten, dass der Stellenbedarf durch Umstrukturierungen heruntergerechnet wird.

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