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2000 Leute gedachten der 300 Nazi-Opfer

Mahnmal Bittermark

DORTMUND 300 Frauen und Männer aus sieben Nationen Europas fanden vor 65 Jahren im Bittermärker Wald den Tod durch die Nazis; ermordet kurz vor der Befreiung durch US-Truppen. Karfreitag gedachten etwa 2000 Teilnehmer des entsetzlichen Geschehens.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 02.04.2010

Wenige Tage nach der Befreiung vom Hitlerregime fand man die Leichen der Ermordeten in den Bombentrichtern in diesem Wald. Das Mahnmal Bittermark erinnert seit 50 Jahren an den Massenmord. Bürgermeisterin Birgit Jörder dankte in ihrer Rede ganz besonders den französischen Gästen, von denen viele wohl zum letzten Mal nach Dortmund gereist waren, weil sie deutlich über 80 und 90 Jahre alt sind. Die Mehrheit von ihnen war damals selbst Opfer von nationalsozialistischer Verschleppung und Zwangsdeportation. „Sie haben diese Gräueltaten glücklicherweise überlebt und sind seit 50 Jahren stets zu uns in die Bittermark gekommen, um ihrer ermordeten Kameradinnen und Kameraden zu gedenken. Im Laufe der Jahre sind durch diesen Kontakt viele Freundschaften entstanden", sagte die Bürgermeisterin.

Ausdrücklich dankte Jörder der Generalsekretärin des Internationalen Rombergpark Komitees, Gisa Marschewski. Sie habe sehr dazu beigetragen, dass Nationen und Volksgruppen, die unter der deutschen Nazi-Diktatur unvorstellbares Leid erfahren mussten, zur Versöhnung bereit waren. Dank auch für Wolfgang Asshoff, der seit 1960 die französischen Gäste betreut und die Gedenkfeier moderiert.

Zur 50-Jahr-Feier der Einweihung des Ehrenmals in der Bittermark waren diesmal auch Vertreter der französischen Regierung angereist. Und Jean Chaize, Präsident des Verbandes der französischen Zwangs- und Arbeitsdeportierten, appellierte an die Jugend: "Für uns Franzosen ist es das letzte Mal, dass wir zur Gedenkfeier in die Bittermark kommen. Als unser Vermächtnis rufen wir der Jugend zu: Werdet in eurem Leben zu Fackelträgern von Freiheit und Gerechtigkeit!"

Schüler der Theodor-Heuss-Realschule führten ihre eigene Sicht auf das Massaker vor 65 Jahren vor. Sie beleuchteten die Schlagzeilen der letzten Jahrzehnte zu den Karfreitags-Morden von 1945 und zur Entstehung des Mahnmals in der Bittermark. In bewegenden Dialogen führten sie den 2000 Gästen vor, wie sich Ausgrenzung, Unrecht und Übergriffe heute darstellen. Es war ihr dringender Appell zu mehr Zivilcourage.