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3 Waffenmeister kontra Wind

Stürmisch war es in der Nacht auf Samstag. Doch das konnte die fahrenden Rittersleut nicht schrecken.

02.12.2007

3 Waffenmeister kontra Wind

<p>Die Kabarett-Crew: (v. l.) Michael Klaus, Renate Schulte, Kerstin Lawatsch, Chris Alexander, Gabi Brauckmann. Grindau</p>

Zu siebt campierten sieben Mitglieder des Heerlagers "ex ballisto" vor der Pauluskirche an der Schützenstraße. "Der Wind hat nachts unser Zelt etwas verlagert", berichtet Martinus der Welfe. "Aber Angst hatten wir nie. Schließlich haben wir drei Waffenmeister dabei."

Das Lager der Ritter war Teil des Programms, mit dem die Paulusgemeinde und die Interessengemeinschaft Schützenstraße die Besucher ins Mittelalter entführten. Dank der Laienritter entstand so vor der Pauluskirche ein Weihnachtsmarkt der anderen Art.

"Hier zeigen wir den Leuten, dass Hollywood nicht alles ist", so Martinus der Welfe. Ein Blick in die original nachempfundenen Zelte zeigte, dass das Leben der adligen Ritter selten etwas mit Prunk zu tun hatte. Harte Betten zum Zusammenstecken, belegt mit Fellen, sorgen für die Nachtruhe. Nur an einem altertümlichen Nachttisch war zu erkennen, dass in einem der Zelte die Hofdame nächtigt.

Am aufregendsten für das Publikum sind aber die Waffengänge der Ritter. Für viele der modernen Ritter war es gerade die Begeisterung für die handfesten Auseinandersetzungen, die sie zu ihrem Hobby gebracht haben. Auch bei Martinus dem Welfen hat alles mit der Fechtschule begonnen. "Heute bis ich Schwertmeister."

"Ich mag den Lebensstil von damals", erzählt Rolf von Wolde. Und die Achtung von Ehre und Respekt möchte er auch heute vermitteln. Dabei erlaubt er sich allerdings hin und wieder einen kleinen Scherz mit den jüngsten Besuchern. "Ich erkundige mich schon mal bei den Eltern, wie teuer denn ihre Kinder sind." So sicherte man sich in alter Zeit nicht selten eine Gefolgschaft. "Danach sind die Kinder auf jeden Fall sehr folgsam."

Abends ging's dann humorvoll in der Pauluskirche weiter. Das Laienspiel-Ensemble von "Sigiburgs Zeitreise" stellte seine wüste Satire "Met und Kirschsaft" vor.

Wittekind, von seinen Freunden einfach Wittu genannt, ist demnach nicht von Gerold dem Schwaben, der Schwager Karls des Großen, erschlagen worden, sondern tauchte als Unsterblicher im Ruhrgebiet unter. Unerkannt hat er sich durch die Jahrhunderte bewegt, heute ist er Tankwart in Wanne-Eickel. jo

www.sigiburgerzeitreise.de

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