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Acht Jahre Haft nach Überfall

DORTMUND "Es ist nur dem Zufall zu verdanken, dass er überlebt hat." Das betonte der Vorsitzende Richter Wolfgang Meyer am Montag gleich mehrmals.

von Von Martina Schuch

, 27.08.2007
Acht Jahre Haft nach Überfall

Mustapha Rabai wurde von zwei Kugeln lebensgefährlich getroffen.

"Es geht um den Überfall auf eine Plus-Filiale in Brechten (wir berichteten). Der 22-jährige Angeklagte hatte dabei vier Mal auf einen Kunden gefeuert. Das Schwurgericht verurteilte ihn deswegen zu acht Jahren Haft. Wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung.

Die Kammer geht von folgendem Tatgeschehen aus: 2. Februar, kurz vor Ladenschluss: Der Angeklagte drängt den letzten Kunden ins Geschäft zurück. Maskiert und mit einer Pistole. Die beiden Mitarbeiterinnen fliehen ins Büro. Deshalb fordert der Angeklagte den Kunden Mustapha Rabai (60) auf, ihm seine Börse zu geben. Mit der Waffe drängt er ihn nach draußen. Während er die Börse überprüft, umklammert der 60-Jährige den Angeklagten. Eine kurze Rangelei. Plötzlich schießt der 22-Jährige: ins Bein und in den Arm von Mustapha R. Ein Schuss trifft die Lunge.

Der Angeklagte hatte die Tat gestanden. Von seinem angeblich besten Freund, der sich im Prozess offenbar als V-Mann entpuppte, habe er die Waffe bekommen. Annahmen über die rechte Gesinnung des Angeklagten und dass er deswegen bespitzelt wurde, spielten am Ende des Prozesses kaum eine Rolle. Die Gesinnung sei in diesem Fall von keiner besonderen Bedeutung, betonte Meyer. "Dem Angeklagten ging es ums Geld."

Opfer beleidigt

Er zeige "kein bisschen Reue, kein bisschen Einsicht", so der Vorsitzende Richter. Zu Beginn des Verhandlungstages erwähnte Meyer gestern noch ein beschlagnahmtes Schreiben des Angeklagten aus dem Gefängnis, in dem er den 60-Jährigen beleidigte. Dieser habe Angst um sein Leben gehabt, so Meyer. Noch immer sei er in Behandlung.

Der Angeklagte nahm die Strafe scheinbar gelassen. Seine letzten Worte vor dem Urteil: "Jeder Mensch zeigt anders Reue. Klar tut es mir leid."

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