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Als die Bäume kippten...

Den Tag wird Heiner Beckmann wohl nie vergessen. Aus dem Fenster seiner Wohnung an der Wittbräucker Straße sah der Förster mit an, wie sich Orkan Kyrill an "seinem" Wald austobte.

17.01.2008

Als die Bäume kippten...

<p>Vor einem Jahr bescherte der Orkan den Rettungskräften, wie hier am Heiligen Weg, viel Arbeit. Archiv Wegener</p>

"Am Haus selbst war Ruhe, aber hundert Meter weiter brüllte der Sturm. Ich habe selbst gesehen, wie die Bäume kippten und es oben am Hang immer heller wurden", erinnert sich Beckmann mit Schrecken an den 18. Januar 2007. Mit den Folgen des verheerenden Sturms haben er und seine Kollegen vom städtischen Forstbetrieb bis heute zu tun. 16 000 Festmeter Holz wehte Kyrill an einem Tag um. Eine Menge, die sonst in einem ganz Jahr planmäßig in den Dortmunder Wäldern geschlagen wird.

"Eine Heidenarbeit"

Noch gestern waren Waldarbeiter in der Reichsmark unterwegs, um umgefallene Stämme zu bergen und kleinzusägen. "Ansonsten sind bis auf eine kleinere Fläche in Sölderholz alle Schäden aufgearbeitet", bilanziert Beckmann. "Für die Forstleute war das eine Heidenarbeit. Die haben Tolles geleistet", lobt Umweltamtsleiter Dr. Wilhelm Grote die Mitarbeiter des Forstbetriebs.

Der Dortmunder Süden, Beckmanns Bezirk, war besonders vom Orkan betroffen. Allen voran die Reichsmark. Auf mehreren Hektar lagen hier im Bereich des Golfplatzes die Fichten flach. Gut 70 Jahre alte Bestände. Hier gähnt heute eine große leere Fläche, aus der vereinzelte Baumstümpfe aufragen. Und riesige Holzstapel. "Das Holz, das hier lagert, ist aber auch schon verkauft", berichtet Beckmann.

Junge Pflanzen

Auch eine einzelne Baumgruppe ist inmitten der kahlen Fläche noch übrig. "Laubbäume" erklärt Forstplaner Sebastian Vetter. "Das zeigt, was hier hingehört und was sturmfest ist." Denn für die Forstleute ist klar: Der nächste große Sturm kommt bestimmt. "Für mich war Kyrill schon der dritte große Sturm mit solchen Ausmaßen", blickt Beckmann auf seine mehr als 40 Dienstjahre zurück. Doch die Forstexperten werden aus Schaden immer klüger. Um künftigen Sturmschäden vorzubeugen achten sie jetzt bei der Wiederaufforstung darauf, die Bestände möglichst wetterfest anzulegen. Statt windanfälliger Fichten als Flachwurzler werden im Frühjahr einheimische Gehölze wie Buchen und Eichen gesetzt. 100 000 Pflanzen sind geordert - ausreichend für eine Aufforstungsfläche von 16 Hektar. "Es wird allerdings Jahrzehnte dauern, bis daraus wieder ein richtiger Wald wird", weiß Forstplaner Vetter. Oli

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