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Am Bau geht es aufwärts

20.12.2007

Am Bau geht es aufwärts

"2007 wird als ein Jahr in die Geschichte der Bauwirtschaft eingehen, in dem wir eine der schwierigsten Tarifrunden der Nachkriegszeit erleben mussten", sagt Dipl.-Ökonom Hermann Schulte-Hiltrop (Foto), Hauptgeschäftsführer des Baugewerbeverbandes Westfalen. "Die unendliche Geschichte" sei gekennzeichnet gewesen durch einen Verhandlungsmarathon - und einen fast vierwöchigen Streik in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. "Zähneknirschend", so Schulte-Hiltrop, hätten auch die Bauverbände Westfalen im Tarifkonflikt nachgegeben. Wohl wissend um die schwierige Ertragslage der westfälischen Betriebe. Danach erhalten die Beschäftigten 3,1 Prozent mehr Lohn plus Einmalzahlungen.

Die Einführung des Saison-Kurzarbeitergeldes bezeichnete Schulte-Hiltrop als "sicherlich wichtigste gesetzliche Neuregelung der letzten Jahre für die Bauwirtschaft", zumal sie für die Betriebe kostenneutral sei. Trotz schlechter Wetter- und Auftragslage müsse nun kein Bauarbeiter mehr im Winter entlassen werden. Durch die neue Regelung könnten die Firmen ihre guten Fachkräfte halten. Würden die Betriebe jetzt Mitarbeiter entlassen, würden sie von der Konkurrenz sofort eingestellt. Sie müssten sich dann im Frühjahr nach neuem Personal umsehen, was aber immer schwieriger werde.

"Schwere Hypothek"

Mit Blick auf das Jahr 2008 zeigt sich Schulte-Hiltrop verhalten optimistisch, trotz schlechter Aussichten im Wohnungsbau. Der sei um um fast 50 Prozent eingebrochen. "Für die Betriebe ist das eine schwere Hypothek". Schulte-Hiltrop macht für diese Entwicklung die Streichung der Eigenheimzulage sowie die Erhöhung der Mehrwertsteuer zum Jahresbeginn verantwortlich. Die Kombination aus beidem lasse die Auftragsdecke der Betriebe weiter schmelzen.

Die Zukunft für den Wirtschaftsbau scheint hingegen günstig zu sein. Die Unternehmen planten nach allen Erkenntnissen und Umfragen auch 2008 zusätzliche Investitionen, hob Schulte-Hiltropl hervor. Für das kommende Jahr rechnet die Branche mit einem Plus von 12,5 Prozent. Angesichts sprudelnder Steuereinnahmequellen müssten in 2008 auch deutliche Impulse vom öffentlichen Bau ausgehen. ar

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