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Amerikanische Truppen eroberten die Stadt

Heute vor 65 Jahren

DORTMUND Als "Tag der Befreiung" – von NS-Diktatur und Bombenkrieg – ist der 8. Mai 1945 in die Geschichte eingegangen. Für die Dortmunder war der Krieg vor 65 Jahren allerdings schon einige Wochen früher beendet. Wir erinnern daran.

von Von Oliver Volmerich

, 07.04.2010
Amerikanische Truppen eroberten die Stadt

Nicht nur die Dortmunder Innenstadt bot vor 65 Jahren ein Bild der Zerstörung.

Anfang April 1945 war der so genannte „Ruhrkessel“ geschlossen. Aus dem Norden, vom Niederrhein, war die 9. US-Armee herangerückt, über Hessen und das Sauerland hatte sich die 1. US-Armee bis zur Ruhr vorgekämpft. Nach und nach wurden so die Städte des Ruhrgebiets eingenommen.

Dortmund war vom 7. bis 14. April an der Reihe. Gut eine Woche dauerte die Einnahme der Stadt durch amerikanische Truppen. Auf deutscher Seite sollten der Volkssturm als „letztes Aufgebot“ und die befohlene Zerstörung von Brücken und Straßenverbindungen retten, was nicht mehr zu retten war. Denn die Stadt war nach hunderten Bombenangriffen alliierter Flieger weitgehend zerstört. Zuletzt hatte der verheerende Angriff vom 12. März – nach britischen Angaben der schwerste, der je auf eine deutsche Stadt geflogen wurde – die Dortmunder Innenstadt in Schutt und Asche gelegt. Die knapp 300.000 Menschen, die noch in Kellern und Bunkern der zerstörten Stadt lebten, sehnten der offiziellen NS-Propaganda zum Trotz das Ende des Krieges geradezu herbei. Entsprechend gering war der Widerstand, als am 6. April über Castrop-Rauxel die ersten US-Truppen in den Nordwesten der Stadt vorstießen. Sie nahmen von dort aus Teile der Stadt unter Artilleriebeschuss. 

Bis ins Zentrum reichten die Geschosse, wie ein Zeitzeuge in seinem Tagebuch berichtet. „Ein Feuerüberfall orgelte über uns hinweg auf den Hansaplatz. Dort trafen sie eine Menschenschlange, die vor (Karstadt) Althoff stand. Acht Tote waren zu beklagen“, heißt es in einem Eintrag vom Vormittag des 6. April. Luftangriffe mit Jagdbombern unterstützten am 7. April – also genau heute vor 65 Jahren – das Vorrücken der US-Soldaten über Frohlinde bis nach Kirchlinde auf Dortmunder Stadtgebiet. „Praktisch ohne Widerstand“, wie vermeldet wird. Eher hilflos wirkten die Versuche der letzten Wehrmachts-Kompanien und des Volkssturms, den Vorstoß mit Flak-Geschossen oder Panzerfäusten zu stoppen. Und auch zerstörte Brücken konnten den Vormarsch nicht aufhalten.  Im Nordosten der Stadt gelang es kurzfristig, die aus Richtung Lünen anrückenden US-Truppen zurückzudrängen. „Eine feindliche Panzergruppe, die nach Dortmund durchzustoßen versuchte, (wurde) durch zusammengefaßtes Artilleriefeuer zurückgeschlagen“, vermerkt der Wehrmachtsbericht für den 7. April. Doch auch hier war der Erfolg der Verteidiger nur von kurzer Dauer. Die Amerikaner rückten unaufhörlich auf die Dortmunder Innenstadt zu.

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