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Anne-Frank-Schule: Ein Drama um die Demokratie

DORTMUND Es war wie die Inszenierung eines Dramas um die Demokratie: Anne-Frank-Gesamtschüler probierten die Sache mit der Zivilcourage aus – und gerieten in die Schusslinie der Schulbürokratie, weil sie nicht artig waren.

von Von Peter Bandermann

, 15.10.2007

Szene Nummer 1: Mehr als 300 Jungen und Mädchen demonstrieren vor dem Schulausschuss für bessere Zustände an der Anne-Frank-Gesamtschule.

Szene Nummer 2: Die Bezirksregierung reagiert pikiert und bereitet Disziplinarmaßnahmen vor, weil die bösen Schüler auf die Straße und nicht zum Unterricht gegangen sind.

Szene Nummer 3: Die Leitung der Anne-Frank-Gesamtschule übermittelt den Chefs im fernen Arnsberg eine Liste mit den Namen aller fehlenden Schüler.

Szene Nummer 4: Die nicht minder lästige Stadtelternschaft und die Anne-Frank-Schulpflegschaftsvorsitzenden wittern einen Einschüchterungsversuch. Protest.

Szene Nummer 5: Regierungspräsident (RP) Helmut Diegel pfeift seine Schulabteilung zurück und will sich nun selbst ein Bild vor Ort machen.

    Letzteres teilte Bezirksregierungs-Pressesprecher Söbbeler am Montag mit. Noch vor dem Wochenende hatte sein Haus die Demonstranten zur Räson zwingen wollen, weil die Teilnahmepflicht am Unterricht „nicht der Beliebigkeit unterworfen“ sei.Empört reagierten Monika Landgraf von der Stadtelternschaft sowie die Schulpflegschaftsvorsitzenden Stefan Dautoski und Türkan Kocak, die das Verhalten der Bezirksregierung als „Frechheit“ bewerteten. Denn das Demonstrieren würde den Schülern als Grundrecht im Politikunterricht vorgestellt – so er nicht ausfällt.

„Ich stoppe das. Es wird keine Sanktionen geben“, zitierte Söbbeler den RP. Denn: „Man hat hier die bisherige Berichterstattung zur Kenntnis genommen.“ Der didaktische Leiter der Gesamtschule, Rüdiger Ross, sieht das jetzt so: „Irgendwie haben die Schüler doch etwas bewirkt. Wir haben am Dienstag einen Termin bei der Kämmererin.“

  

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