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Aprilscherz kostet 70.000 Euro

Polizei-Großeinsatz

MARTEN Der am 1. April in Marten von drei betrunkenen jungen Männern ausgelöste falsche Alarm kostet Polizei, Feuerwehr und das Christliche Jugenddorf rund 70.000 Euro. So viel Geld kommt zusammen, wenn man Einsatzkosten und Sachschäden addiert.

von Von Peter Bandermann

, 07.04.2010
Aprilscherz kostet 70.000 Euro

Der Polizei-Großeinsatz kostet satte 70.000 Euro.

Wir haben nachgerechnet: Allein die Polizei, die mit zahlreichen Streifenwagen, einem Spezialeinsatzkommando (SEK), einer Einsatzhundertschaft und einem Hubschrauber auf den angeblichen Überfall einer bewaffneten Bande reagiert hatte, sitzt auf Kosten von fast 48.000 Euro – und ist fest entschlossen, den Betrag einzutreiben. Das erklärte Polizeisprecher Kim Freigang.

Dass die drei 16, 18 und 21 Jahre alten Männer den Betrag zurückzahlen, ist aber unwahrscheinlich. Weil sie als "Ein-Euro-Jobber" ihr Brot verdienen. Einspringen muss dann der Steuerzahler. Auf einem hohen Sachschaden sitzen bleibt das Christliche Jugenddorf (CJD), das den Jugendlichen und die beiden Heranwachsenden über eine Sozialmaßnahme an einen geordneten Tagesablauf heranführen sollte. Doch das Trio nutzte die Ortskenntnisse auf der früheren Zeche Germania in Marten, um CJD-Büros und -Container aufzubrechen, LKW und einen Gabelstapler zu beschädigen.

CJD-Geschäftsführer Horst-Dieter Bentmann beklagt einen Schaden von 20.000 Euro – Geld, das beim CJD nicht in der Ecke liegt. Hinzu kommen die Kosten für die Spuren, die das SEK beim Öffnen mehrerer Türen hinterlassen hat – die Spezialkräfte hatten bei der Suche nach der „bewaffneten Bande“ keine Zeit, einen Schlüsseldienst um Hilfe zu bitten. Bentmann war am Dienstag (6.4.) noch erschüttert: „Das CJD hat es teilweise mit schwierigen Jugendlichen zu tun. Aber das hier ist mir noch nicht untergekommen.“ Erste Konsequenzen: Das Trio hat Hausverbot, die Arbeitsverträge werden aufgehoben.

Die Polizei stellt eine Strafanzeige wegen Vortäuschung einer Straftat und Missbrauch des Notrufs. Bei Erwachsenen kann das bis zu drei Jahre Haft bedeuten. Wir berichten, sobald die Justiz die Akte in den Händen hält.