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Auch die Meister wollen Bachelor sein

21.10.2007

Um den Wert beruflicher Bildungsabschlüsse deutlich zu machen, unterstützen die Arbeitnehmer-Vizepräsidenten des Deutschen Handwerkskammertages (DHKT) die Einführung der Zusatzbezeichnung "Bachelor Professional" für Meister. Das ist Bestandteil einer gemeinsamen Resolution, die die Arbeitnehmer-Vizepräsidenten als Abschluss ihrer Herbsttagung am Samstag in Dortmund verabschiedet haben.

Für den Europäischen Qualifikationsrahmen, der für eine internationale Vergleichbarkeit eine Rangordnung unterschiedlicher Abschlüsse festlegt, fordern sie sicherzustellen, den "Gesellenabschluss in der Niveaustufe 4 und ... (den) Meisterabschluss, gleichwertig mit dem Bachelorabschluss der Hochschulen, in der Stufe 6 der insgesamt achtstufigen Skala zu berücksichtigen".

Auslandsaufenthalte

Außerdem sollen Betriebe und Handwerksorganisationen Auslandsaufenthalte von Lehrlingen, ausgebildeten Fachkräften sowie Ausbildern fördern. Damit Gesellen mit einem guten Ausbildungsabschluss auch ohne Abitur Zugang zum Hochschulstudium erhalten, sei es erforderlich, nationale Bildungssysteme durchlässiger zu gestalten.

"Soziale Kompetenzen, die sich Lehrlingen oft vom ersten Tag ihrer Ausbildung durch Kundenkontakt aber auch im Umgang mit erfahrenen Gesellen aneignen", nennt Klaus Feuler, Vizepräsident des DHKT und der Handwerkskammer Dortmund, einen wesentlichen Vorteil vor der rein schulischen Ausbildung.

Zukunftsmodell

Eine Einschätzung, die auch Andreas Storm, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, teilt. "Das duale Bildungssystem ist ein Zukunftsmodell und ein Exportschlager, an dem einige europäische Länder und auch China interessiert sind", lobt Storm das Zusammenspiel von betrieblicher und schulischer Ausbildung in Deutschland.

Weniger Zustimmung bei den Arbeitnehmern fand die klare Aussprache von Handwerkspräsident Otto Kentzler gegen Mindestlöhne. "Vor dem Hintergrund sinkender Löhne brauchen wir einen Mindestlohn, um wenigstens sicherstellen zu können, dass wir von unserer Arbeit leben können", hält Feuler dagegen und fordert angesichts unsicherer sozialer Sicherungssysteme Flächentarifverträge, um die Tarifstruktur zu stabilisieren. het

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