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Auf Kosten der Angestellten?

Schwere Vorwürfe gegen die Inhaber und Betreiber des "Columbus", Wolfgang und Gabriele Nötzel, erhebt ein langjähriger Angestellter. Nur durch die Fußball-Weltmeisterschaft sei das Lokal im letzten Jahr noch zu retten gewesen.

13.08.2007

Von ihrer bevorstehenden Kündigung hätten die Beschäftigten aus der Zeitung erfahren, als die Ruhr Nachrichten in ihrer Donnerstag-Ausgabe berichteten, dass Ende August Schluss sein soll und Detlef Beckmann vom Stade hier ein völlig neues Gastro-Konzept plane.

Der langjährige Angestellte ist von Anfang an, also seit 14 Jahren, dem "Columbus" treu: "Neben mir sind noch drei oder vier andere von den acht Festangestellten schon seit mindestens acht Jahren im Betrieb." Und auch von weiteren acht Aushilfen seien viele lange dabei. Sie hätten eigentlich sechs Monate Kündigungsfrist. Schon Anfang Juli habe Schluss sein sollen im "Columbus", dann wäre es ein Betriebsübergang gewesen. Man habe wohl unbedingt noch "? la carte" mitnehmen wollen.

Bis zu 16 Stunden

Er habe Angst, dass das Betriebsende von Columbus so laufe wie bei den Schließungen der früheren Nötzel-Betriebe Brauhaus und Cuerno Negro. Damals hätten die Leute auch keine rechtmäßigen Kündigungen bekommen und keine Gehälter für den jeweils letzten Monat. Er selbst habe Tage erlebt, an denen er bis zu 16 Stunden gearbeitet hätte. Als er vor zwei Jahren einen Betriebsrat im "Columbus" gründen wollte, habe man ihm mit Kündigung gedroht. Wolfgang Nötzel (1. Foto) dementiert dies heftig: Der Mitarbeiter habe damals in Wirklichkeit nicht genügend Unterstützer gefunden.

Auch die Anschuldigung, dass eine Schwangere im neunten Monat, also während ihres Mutterschutzes, derzeit in der Küche des "Columbus" stehe, will Nötzel so nicht stehen lassen: Das geschehe auf eigenen Wunsch der Frau. Sie erledige aber nur Aushilfsarbeiten.

Ferner ist die Rede von verspäteten Lohnzahlungen, von 80 bis 90 Überstunden und von Urlaubstagen, die nicht genommen werden konnten. Noch im letzten Monat sei Urlaub verwehrt worden. Wolfgang Nötzel ist empört: "Die Juli-Gehälter wurden bezahlt." Er möchte aber ansonsten keine Stellung beziehen zu den Anschuldigungen. Er wisse nicht, wie Herr Beckmann weiter verfahren werde, wenn er das Lokal jetzt übernehme.

Manfred Sträter (2. Foto), Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG): "Familie Nötzel hat ihre Spuren quer durch die Gastronomie der Stadt gelassen. Es gibt eine Vielzahl von Menschen, die noch Ansprüche haben." Die NGG überlegt, über arbeitsrechtliche Mittel in diesem Monat Ansprüche geltend zu machen. bö

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