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Auf Spar-Fahrt

DORTMUND 530 Busfahrer durchlaufen bis Ende des Jahres eine besondere Weiterbildung. Sie lernen den Energie schonenden Umgang mit ihren Gefährten. Da die Motoren schon optimiert sind, hält sich der Spar-Effekt im Rahmen von 1 bis 3 Prozent. Aber das bedeutet bis zu 150.000 Liter Diesel weniger pro Jahr. Wir begleiteten eine Fahrerin beim Lehrgang

von Von Jörg Heckenkamp

, 24.08.2007
Auf Spar-Fahrt

Beate Glania lernt, ihren Bus Energie schonend zu steuern.

Geizig – so ein böses Wort. Wer will schon gern als geizig gelten? Sparsam. Sparsam ist ok. Beate Glania ist sparsam. Privat, aber vor allem im Beruf. Jetzt sogar mit Prädikat.Die 41-Jährige ist Busfahrerin. Eine von 530. Eine von denen, die den Lehrgang „Energie sparendes Fahren“ schon absolviert haben. Bis Ende des Jahres wollen die Stadtwerke alle ihre Chauffeure zu Sparsch.. Nein, dieses Gag verkneifen wir uns. Effizienz-Unterricht

Unterricht in Sachen Effizienz

Also: Unterricht in Sachen Effizienz. Beate Glania gehört allerdings zu denen, für die eine solche Weiterbildung nicht unbedingt nötig gewesen wäre. „Wir sind schon von Hause aus alle recht sparsam“, sagt sie. Stromkosten minimiert Familie Glania mittels Energiesparlampen, Heizkosten durch den eigenen Kamin. „Mein Auto habe ich auch unter diesem Aspekt gekauft“, erzählt sie. Ein Twingo. Klein, leicht, kostengünstig. Die zweifache Mutter kennt den Verbrauch genau: „Meist um 5,3 Liter.“ Ihre Arbeitsgeräte bei der DSW 21 entwickeln weitaus größeren Durst. 40 bis knapp 60 Liter verbrauchen die Omnibusse auf 100 km. Je nach Modell, je nach Fahrweise.

Das Modell können die Lenker nicht beeinflussen, die Fahrweise schon. Wie beim PKW gilt: Vorausschauende, gleichmäßige Fahrweise senkt den Diesel-Durst. Aber das musste der Fahrschullehrer Beate Glania nicht sagen. „Meine Ausbildung zur Fahrerin liegt erst vier Jahre zurück, da habe ich das alles gelernt.“ Dennoch faltet sie die Hände in den Schoss und lehnt sich konzentriert zurück, als der Trainer noch einmal die wichtigsten Maßnahmen wiederholt.

Die Fahrer sollen so häufig wie möglich im Schiebebetrieb die so genannte Retarder-Dauerbremse nutzen, die Benzin sparen hilft. Aber das wusste die 41-Jährige schon, „aber ich hätte es nicht so gut erklären können“. Von der Theorie zur Praxis. In dem Lehrgang legen die Teilnehmer zunächst eine zwölf Kilometer lange Runde zurück. Ein Computer misst akribisch den Spritverbrauch des Busses. „31 Liter waren das“, erinnert sich die Schwerterin. Nach dem Theorieblock mit vielen Tipps folgte Runde zwei auf derselben Strecke. Diesmal zeigte das Display 30,5 Liter auf 100 km. Beate Glania lächelt. „Ich sag ja, dass ich sowieso schon sparsam fahre.“

Lehrer Knut Heinicke reicht indes auch dieses kleine Minus. Er geht von einem bis zu drei Prozent Einsparpotenzial bei Bussen aus. Was sich ipsig anhört, schlägt bei einer Flotte von 165 Wagen in der Bilanz schon ordentlich zu Buche. Drei Prozent Minderung machen bei einem Jahresverbrauch von 5,1 Mio. Litern Diesel immerhin 150.000 Liter aus. Der Lehrgang zahlt sich also aus. Könnte man den Fahrern doch eigentlich einen kleinen Bonus zahlen? Aber da zeigen sich die Stadtwerke geizig.

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