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Aus für Ambulanzen droht

Der Donner von Ernst Prüsse lässt keine Missverständnisse aufkommen: "Wenn sich die drei Interessenvertreter nicht einig sind, werden wir an die Ambulanzen des Klinikums heran gehen."

11.12.2007

Der Groll des SPD-Fraktionsvorsitzenden richtet sich vor allem gegen die Ärztegewerkschaft Marburger Bund, die einen Notlagen-Tarifvertrag für ihre Klientel kategorisch ablehnt (wir berichteten), während die Verhandlungen zu einem - befristeten - Notlagen-Tarifvertrag für die anderen Arbeitgeber-Vertreter am Klinikum, Komba und verdi, im Februar, so die Schätzungen Prüsses, abgeschlossen sein könnten.

In der Ratssitzung am Donnerstag will die rot-grüne Mehrheitsfraktion ihren gemeinsamen Zusatzantrag für die Kapitalspritze von 19,25 Millionen Euro für den Bau eines Zentral-OP auf den Weg bringen, der mithelfen soll, die Zukunft des Klinikums abzusichern.

Er ist aber an Bedingungen geknüpft, die nun die Beschäftigten in Zugzwang sehen. Als erstes könnten die so genannten Bestell-Ambulanzen geopfert werden (nicht zu verwechseln mit den Notfallambulanzen, noch denen, wo ambulant operiert wird). Ernst Prüsse überschlägt 70 000 Patienten. Die Ambulanzen würden durch die Krankenkassen nicht kostendeckend gegenfinanziert. Etwa 140 Beschäftigte arbeiten hier. Die natürliche Fluktuation liege bei etwa 2,5 Prozent, überschlägt Jutta Starke, SPD-Mitglied im Aufsichtsrat.

Betriebsbedingte Kündigungen scheinen aber im Fall einer Verweigerung des Notlagen-Tarifs nicht mehr ausgeschlossen. Betroffen könnten dann zum Beispiel als größere Ambulanzen die der Allgemeinchirurgie sowie der Unfallchirurgie sein. Starke: "Dortmund ist eines von zwei Krankenhäusern in der Bundesrepublik, die überhaupt noch Bestell-Ambulanzen anbieten." Den wachsenden Begehrlichkeiten privater Klinikbetreiber erteilen SPD und Grüne eine klare Absage. Sie seien in mehrfacher Hinsicht unseriös. Zum einen werde komplett unterschlagen, in welcher Weise denn die Rendite erwirtschaftet werden soll, auf die die Unternehmen angewiesen seien. Zum anderen sei hinlänglich bekannt, dass Private in mehrfacher Hinsicht schlechter abschnitten, je länger sie am Markt seien. bö

Verdi ruft Beschäftigte des Klinikums und Bürger zum Demonstrationszug am Donnerstag (13. 12.) ab 14.30 Uhr auf. Vom Klinikum an der Beurhausstraße ziehen sie zum Rathaus.

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