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Baby im Brötchenkorb

SchüreN Den Bauch kugelrund und voller Erdbeeren, der Blick konzentriert auf die Bewegung mit dem kleinen Messerchen und den Kopf voller Träume: "Wenn ich groß bin, dann werd' ich hier auch mal Chef."

21.12.2007

Baby im Brötchenkorb

<p>Dieser Schnappschuss ist Tim Kortüms liebster: Als kleiner Junge mit dem Erdbeermesserchen in Vaters Backstube. Kortüm</p>

Der kleine Tim sitzt auf einem Eimer in der Bäckerei seines Vaters. Schneidet fleißig und voller Inbrunst rote Früchte für eine frische Sahnetorte. Die Hälfte der Beeren landet mit einem spitzbübischen Lächeln direkt in seinem Mund. Was er nicht ahnt: Gut zwanzig Jahre später backt er die Sahnetorte in Eigenregie. Als junger Bäckermeister und Junior-Chef im Schürener Backparadies.

Morgens um halb drei

Heute hat der 24-jährige Tim Kortüm viel zu tun. Es ist Weihnachtszeit. "Und gerade zwischen Weihnachten und Silvester geht es hier rund", sagt er. Auf seinem weißen Hemd klebt getrockneter Teig von der morgendlichen Produktion. Um halb drei morgens werden die Öfen vorgeheizt, der Tag des jungen Bäckermeisters beginnt.

Als Baby saß er noch entspannt im Brötchenkorb und schaute seinem Vater bei der Arbeit zu. Jetzt, wenn seine Freunde noch den letzten Glühwein austrinken, schält sich Tim Kortüm aus den Federn. Für ihn kein Problem, schließlich "macht mir meine Arbeit unendlich viel Spaß." Und dafür setzt er sich ein. Bereits mit 23 war er Bäckermeister, bildet nun aus und hat ein abgeschlossenes Wirtschaftsstudium. Eine große Portion Fleiß gehört dazu. Und der Wunsch und Wille, sich zu verwirklichen. Den Traum wahr zu machen, den er schon als fünfjähriger Knabe in der Backstube seines Vaters hegte.

Jetzt steckt Tim Kortüm voller Kreativität. Zimtsterne, Berliner Ballen, Mutzenmandeln, Lebkuchen... Die Liste des Saisongebäcks ist endlos. Genau wie die Freude. Denn müde vom Zimt- und Marzipangeruch wird Tim Kortüm nie. Vor allem die Dominosteine nach Papa Siegfrieds Rezept haben es ihm angetan. "Jeden Tag ein paar", sagt er und lacht verschmitzt.

Einsatz fürs Handwerk

Das Bäckerhandwerk ist ein anstrengendes. Viel Stress, wenig Schlaf - aber auch viel Spaß. "Der Beruf hat Tradition", sagt der 24-Jährige, "deshalb möchte ich auch etwas für den Erhalt tun."

Tim Kortüm arbeitet mit der Stadt zusammen, mit Schulen und dem Jugendamt auf der Suche nach Auszubildenden. Er organisiert Lernpartnerschaften und Infoveranstaltungen. "Die Produktvielfalt und der persönliche Kontakt zum Kunden machen den Beruf so toll", sagt er. Lena de Boer

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