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Bahnhof ist 'dreckiges Loch'

"Dortmund und das Ruhrgebiet haben in der Landesregierung weiter einen verlässlichen Partner." Eine Versicherung, die NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke gleich mehrfach gab.

15.08.2007

Eine Zwischenbilanz nach zwei Jahren CDU/FDP-Regierung in Düsseldorf sollte Wittke auf Einladung des CDU-Kreisverbandes am Dienstag Abend ziehen. Die fiel aus seinem Mund naturgemäß positiv aus. Dazu gab es aber auch mehr oder minder klare Worte zu Dortmunder Themen aus Wittkes Ressort Verkehr und Städtebau - allen voran zum leidigen Dauerbrenner Hauptbahnhof. "Der Dortmunder Hauptbahnhof ist ein dreckiges, stinkendes Loch", schilderte der Minister drastisch seinen Eindruck vom zweitwichtigsten Bahnknotenpunkt des Landes. "Es ist von gesamt-nordrhein-westfälischem Interesse, den Bahnhof in Ordnung zu bringen."

Dazu hatte Wittke zwei gute Nachrichten. "Die Bahn arbeitet mit Hochdruck an neuen Plänen für den Dortmunder Bahnhof." Und: "Die Mittel, die wir als Land für 3do bereit gehalten haben, stehen auch weiter zur Verfügung."

Kritik schimmerte dagegen am Bund durch, der sich bei der nötigen Veränderung der Förderkriterien stur zeigt, aber auch an der Stadt, die die aktuellen Planungen bisher nur mit Kritik begleitet hat. "Hüten wir uns davor, weiter Chimären hinterherzulaufen", warnte Wittke, weiter dem geplatzten 3do nach zu trauern. Das Land wolle vor allem eine neue Bahnstation. Die müsste nach Wittkes Worten allerspätestens bis 2015 stehen. Denn dann soll der Rhein-Ruhr-Express als neue Schnellverbindung zwischen Dortmund und Köln rollen. "Und ohne neuen Bahnhof gibt es keinen Rhein-Ruhr-Express."

Vergleichsweise vorsichtig gab sich Wittke bei zwei weiteren Dortmunder Streitthemen. Bei der Umweltzone Ruhr riet er zu einer "differenzierten Betrachtungsweise": "Es ist wichtig, dass die Städte weiter erreichbar bleiben", betonte der Minister.

Gar nicht einmischen wollte er sich in die Debatte um den Ausbau des Flughafens. "Eine Dortmunder Angelegenheit", so Wittke. Klar sei, dass für einen Ausbau keine Landesmittel flössen. Generell halte das Land aber am dezentralen Luftverkehrskonzept fest. Denn ökonomisch, so merkte der Minister an, habe ein Flughafen für große Städte eine ähnlich große Bedeutung wie früher die Eisenbahn. Oliver Volmerich

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