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Bahnverkehr rollte in "holprigem Takt"

12.10.2007

Der erste Blick in der Bahnhofshalle ging gestern zur Anzeigetafel. Hinter vielen Verbindungen leuchtete die Schrift auf: Zug fällt aus. Trotzdem: "Die Leute sind alle gelassen", bilanzierte ein Bahn-Mitarbeiter am Abend.

Selbst in der Hauptverkehrszeit rollte etwa die Hälfte der Nahverkehrszüge, bei den S-Bahnen etwa ein Drittel, lautete die offizielle Bilanz der Bahn. Viele Reisende stiegen auf die nicht bestreikten Fernverkehrszüge um - wenn sie nicht von vorneherein auf das eigene Auto gesetzt hatten. Entsprechend leer waren die Nahverkehrsgleise am Hauptbahnhof.

Wer warten musste, tröstete sich mit den kostenlosen Kaffee- oder Kaltgetränken, die in der Bahnhofshalle angeboten wurden. Und bekam an den verstärkten Service-Punkten aktuelle Informationen über die nächsten Zugverbindungen. "Die S-Bahnen fahren im holprigen Stundentakt", verkündete ein Bahn-Mitarbeiter.

Die streikenden Lokführer trafen sich derweil im kleinen Gewerkschaftsbüro am Rande des Bahnhofs. "Wir haben pünktlich um 2 Uhr mit dem Streik begonnen", berichtete GDL-Sprecher Maik Richter. "Wer Dienstbeginn hat, meldet sich bei uns im Büro und trägt sich in die Streikliste ein." Dass trotzdem viele Züge fuhren, lag unter anderem daran, dass noch immer viele Lokführer beamtet sind. Und so klang es fast trotzig, als Richter feststellte: "Von 6.30 bis 7.30 Uhr sind 14 von 19 Nahverkehrszügen ausgefallen." "Wir wollen den Druck auf den Bahnvorstand nochmal erhöhen, damit es am Montag zu einem vernünftigen Angebot kommt", erklärt der GDL-Mann. "Über Geld lässt sich reden. Uns geht es vor allem um einen eigenen Tarifvertrag." Dafür wollten er und seine Kollegen bis zum Abend um 24 Uhr möglichst viele Nahverkehrszüge stehen lassen.

An diesem Wochenende sind dagegen keine weiteren Streikaktionen geplant, kündigte Richter an. Dem Ausflug mit der Bahn steht also nichts im Wege. Oli

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