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Berufstests und Gespräche

11.12.2007

Berufstests und Gespräche

<p>Psychologe Raimund Küpper spürt der Eignung von Arbeitslosen und Berufsanfängern für einen Beruf mit seinen Tests, aber auch in Gesprächen nach. Kiwitt</p>

Wenn die Arbeitsagentur oder die JobCenter ARGE einem Arbeitslosen die Umschulung zum Berufskraftfahrer finanzieren soll, ist das eine teure Sache. Der finanzielle Einsatz soll sich daher auszahlen, sprich, der Arbeitslose soll für die Schulung geeignet sein und sie möglichst bis zum Ende durchziehen. Da kommt der Psychologische Dienst bei der Agentur für Arbeit ins Spiel. Durch Gespräche und Tests stellen drei Diplom-Psychologen fest, inwieweit ein Kandidat für die Maßnahme geeignet ist. "Früher ging es bei den Tests darum, eine Mindesteignung festzustellen, heute machen wir so etwas wie eine Bestenauswahl", erklärt Raimund Küpper, Erster Psychologe bei der Einrichtung.

Küpper stellt klar, "dass wir hier in erster Linie Gutachter sind". Die Psychologen betreuen also keine Arbeitslosen, die aufgrund ihrer schwierigen Situation mit psychischen Problemen zu kämpfen haben. Aber wenn einem Arbeitsvermittler auffällt, dass ein Kunde depressiv wirkt, schickt man den Betroffenen beim psychologischen Dienst vorbei. Dort gibt es keine Therapiegespräche, aber die Psychologen vermitteln die richtigen Ansprechpartner.

In den 27 Jahren, die Raimund Küpper mittlerweile bei der Arbeitsagentur dabei ist, hat er Verschiebungen weg von den eher sozialen Komponenten hin zu den betriebswirtschaftlichen festgestellt. Das findet der Experte gar nicht schlecht. Und er kann sich noch an die Zeiten erinnern, da das Arbeitsamt durch und durch eine Behörde war. "Da war es wichtig, wer mit welcher Farbe unterschreiben durfte. Der Chef immer mit grün, sein Stellvertreter mit rot, dann gab es noch blau und schwarz und wehe, jemand hat sich mit der Farbe vertan." Heute sei es wichtiger zu fragen, "wie teuer ist unsere Dienstleistung. Das ist doch vernünftig".

In mehreren Testräumen fühlen die Psychologen den Kandidaten auf den Zahn. Für junge Leute gibt es die Berufswahltests. Die sind für Raimund Küpper durchaus sinnvoll. "Ob jemand eher für einen kaufmännischen oder technischen Beruf geeignet ist, kann man daran ablesen."

Doch viel stärker als früher beschäftige sich der psychologische Dienst mit den problematischen Schulabgängern, denen mit einer Lern- oder Körperbehinderung. "Da will die Berufsberatung wissen, was bei den jungen Leuten überhaupt an Ressourcen vorhanden ist, auf die man aufbauen kann." Denn Zeugnisse, das weiß Küpper, sind nicht immer aussagekräftig. Da verlässt er sich lieber auf seine Tests und Gespräche. kiwi

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