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Bitte pusten: Neues Gerät soll Krankheiten aufspüren

DORTMUND Wissenschaftler vom Institute for Analytical Sciences (ISAS) in Dortmund entwickelten einen Methode, mit der sich in der Ausatemluft Hinweise auf Erkrankungen feststellen lassen. Jetzt erhalten die Forscher rund eine Million Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, um daraus ein Gerät zu entwickeln, das Ärzte zur Diagnose benutzen können.

von Von Susanne Riese

, 04.12.2007
Bitte pusten: Neues Gerät soll Krankheiten aufspüren

Dr. Wolfgang Vautz (l.) und Chandrasekhara Hariharan vom ISAS testen die Atemanalyse-Apparatur.

Die Aufforderung, in ein Röhrchen zu pusten, könnte demnächst auch abseits vom Straßenverkehr eine Rolle spielen: beim Hausarzt nämlich. Statt nach Promillewerten sucht der Arzt im Atem nach Hinweisen auf Krankheiten. Wissenschaftler des Institute for Analytical Sciences (ISAS) entwickelten eine Methode, den Atem zu analysieren und so Indizien für eine Erkrankungen zu finden. Gemeinsam mit Medizinern der Lungenklinik in Hemer wurde das Verfahren bereits erfolgreich getestet.

Ein Mio. Euro Fördergeld

In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit fast einer Million Euro geförderten Projekt wollen die Forscher nun ein Gerät entwickeln, das Ärzte zur Diagnose verwenden können.

Die Analyse funktioniert ähnlich wie eine Nase, nur dass hier ein spezielles Spektrometer die Aufgabe des Riechorgans übernimmt. Es sucht in der Ausatemluft eines Patienten nach so genannten Markern, das sind chemische Substanzen, die für bestimmte Krankheiten charakteristisch sind. Lungenkrebs und Mukoviszidose beispielsweise sollen sich auf diese Weise erkennen lassen.

Einsatz in Praxen und Kliniken

Im aktuellen Projekt steht jedoch nicht die Suche nach neuen Markern im Vordergrund. Mit den Fördergeldern sollen Atemanalysegeräte entwickelt werden, die für den Einsatz in Arztpraxen, beim Notarzt oder in Kliniken geeignet sind.

Das im ISAS stehende Gerät muss entsprechend modifiziert werden. "Wir Wissenschaftler wollen erst mal nur herausfinden, ob und unter welchen Bedingungen eine neue Methode funktioniert", erklärt Jörg Ingo Baumbach, verantwortlicher Wissenschaftler am ISAS. "Das heißt, wir verändern die Parameter immer wieder und loten so die Möglichkeiten der Methode aus."

Anwenderfreundliche Ausführung

Ein Hausarzt muss jedoch nicht den Atem von Mäusen analysieren können - er will herausfinden, ob sein Patient an Mukoviszidose oder an einer bakteriellen Lungenentzündung erkrankt ist. Auf der Intensivstation möchte man darüber hinaus durch mehrmalige Messungen erfahren, ob sich der Zustand eines Patienten verändert.

Um die medizinischen Anforderungen zu erfüllen, wird das ISAS sowohl mit Industrieunternehmen als auch mit Kliniken und weiteren Leibniz-Instituten zusammen arbeiten. Die Apparatur muss praktisch und bedienerfreundlich gestaltet werden. Und das Analyseresultat sollte ein Messergebnis zeigen, das auch Nicht-Forscher verstehen können. Und nicht zuletzt muss das Gerät nicht nur die medizintechnischen Sicherheitsbestimmungen erfüllen, sondern auch zu annehmbaren Kosten produzierbar sein. Sonst bleibt die Aufforderung zum Pusten doch der Polizei vorbehalten...

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