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'Black Coffee' aufregend neu kredenzt

27.01.2008

'Black Coffee' aufregend neu kredenzt

<p>Im Gartensaal sorgte die deutsche Nu-Jazz-Band "Balance" mit Trompeter Raphael Sprenger für Stimmung. Menne</p>

Eleganter Gesang und Drum&Bass-Grooves, kammermusikalische Jazz-Gitarre samt Streichquartett und spacige Synthie-Flächen sowie Salsa und frei improvisierte Musik zu schwarz-weißen Kurzfilmen - das zwölfte Jazz-Festival der Uni Dortmund bot mit sechs Bands auf drei Bühnen am Samstag wieder ein vielfältiges Programm.

Star des Abends im Fritz-Henßler-Haus war nicht etwa ein hipper Vertreter des Nu Jazz oder ein verkopfter Crack der Free Jazz-Szene, sondern - Überraschung! - die charmante schwedische Sängerin Rigmor Gustafsson. Mit ihrem soliden Mainstream vermochte die 41-Jährige tatsächlich sowohl die jungen Studenten des Instituts für Musik und Musikwissenschaft als auch die vielen "älteren Semester" im Publikum zu begeistern.

Vor den gut 500 Zuhörern im rappelvollen Großen Saal bot die dunkelhaarige Schwedin mit ihrem fantastischen Piano-Trio sowohl luftig-loungigen Barjazz als auch betörenden Soul-Blues und melancholische Balladen. Souverän meisterte Rigmor Gustafsson mit ihrer klaren und modulationsfähigen Altstimme die unterschiedlichen Stile. Herausragend gerieten vor allem der Scat-Gesang in "Special effects" und der laszive Ausdruck in "Voodoo Skills". Beides sind Stücke von ihrer durchweg mit Eigenkompositionen versehenen, aktuellen CD "Alone with you", auf der die seit 2004 vielfach ausgezeichnete Sängerin mit vielen rhythmischen Akzenten und liebevollen Melodien besticht. In ihrem schwarzen Hängerchen und den fast kniehohen Stiefeln untermauerte die Chanteuse vor dem tiefschwarzen Vorhang im Henßler-Haus aber auch ihre Extra-Klasse als Interpretin großer Jazz-Standards. Den "Black coffee" etwa kredenzte sie aufregend neu und vielschichtig.

Für Prof. Wilfried Raschke, der wieder das Programm des Festivals gestaltet hatte, war die Rechnung aufgegangen. "Wir versuchen ein breites Spektrum des Jazz zu zeigen. Für viele Studenten ist Jazz nur frei improvisierte Musik. Mit Rigmor Gustafsson konnten wir zeigen, dass dem nicht so ist", so Prof. Raschke, der die Schwedin gewissermaßen als "Seelenbalsam" für die vom freien Jazz "geplagten" Besucher engagierte. Ein guter Griff! pwu

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