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Blicke ins Mittelalter

"Orte der Einkehr und des Gebets" stehen zum Tag des offenen Denkmals am 9. September im Mittelpunkt. Wir stellen sie in einer Serie vor. Heute: St. Georg in Aplerbeck und St. Peter in Syburg.

23.08.2007

Blicke ins Mittelalter

<p>Wie eine Bilderbibel in Stein wirkt das Taufbecken in der Georgskirche. Wertz</p>

Sie gehören zu den ältesten Kirchen der Stadt. Aber nicht nur deshalb sind sie besonders bemerkenswert.

Auch wenn die Datierung der bestehenden Gemäuer in beiden Fällen schwerfällt: St. Peter in Syburg kann auf jeden Fall die ältesten Ursprünge für sich verbuchen. 776 erstmals erwähnt gilt die Kirche in Syburg als ältestes christliches Gotteshaus Westfalens. Sie steht in Zusammenhang mit der Eroberung der Sigiburg durch Karl den Großen, der die heidnischen Sachsen christianisierte.

Eine weitere Legende, die aber als sehr wahrscheinlich angesehen werden kann, besagt, dass St. Peter 779 von Papst Leo, der damals tatsächlich in Westfalen unterwegs war, persönlich geweiht wurde. Dafür spricht auch, dass die Kirche reich beschenkt mit Reliqiuen war - u.a mit der Hirnschale der Heiligen Barbara. St. Peter wurde so zu einem Wallfahrtsort mit einer Pilgerfahrt alljährlich zu St. Markus am 25. April.

St. Peter in der heutigen Erscheinungsform geht baulich auf die Zeit um 1100 zurück und ersetzte den karolingischen Kirchbau, der Ausgrabungen nach eher die Größe einer Kapelle hatte. Der Westturm als ältestes erhaltenes Bauteil wurde Ende des 12./Anfang des 13. Jahrhunderts gebaut und zeigt noch heute den typischen Charakter der Wehrkirche. Sie bot den Syburgern in Notzeiten Schutz - inklusive Verteidigungsmöglichkeit durch Schießscharten. Sie sind im Langhaus allerdings beim Wiederaufbau der Kirche nach dem Zweiten Weltkrieg verloren gegangen.

Unverfälschte Geschichte bietet vor allem der alte Friedhof, der St. Peter umgibt und von 800 bis 1880 genutzt wurde. 22 historische Grabsteine sind zum Schutz vor der Witterung inzwischen in der Kirche untergebracht - darunter der wohl älteste christliche Grabstein Westfalens aus der Zeit um 650 und zwei weitere aus karolingischer Zeit um 800.

Ähnlich geschichtsträchtig ist die St. Georg-Kirche in Aplerbeck. Um 1150 gebaut gilt sie als die älteste Kreuzbasilika Dortmunds. Freilich gab es auch hier Umbauten. So ersetzte um 1250 ein quadratisccher Chor die romanische Apsis, rund 50 Jahre später ein gotischer Westturm den romanischen Vorgängerbau. Das alles war Ende des 19. Jahrhunderts dem Verfall preisgegeben, als die wachsende Gemeinde die neue "Große Kirche" an der Märtmannstraße bauen ließ.

Fast verfallen

Die alte Georgskirche verfiel so ab 1870 nach und nach zur Ruine. Nachdem zunächst sogar ein Abriss geplant war, richtete man das Gemäuer mit schon eingestürztem Mittelgewölbe Ende der 1920er-Jahre als Gemeindehaus mit Wohnung und angeschlossener Kaffeewirtschaft her. Erst zwischen 1960 und 1963 wurde die Kirche richtig wiederhergestellt. Der Name Ruinenstraße erinnert noch heute an diese Zeit des Verfalls.

Heute gilt die Georgskirche als Schmuckstück mittelalterlicher Architektur. Zu den besonderen Schätzen gehören der romanische Taufstein mit Reliefdarstellungen aus der zweiten Hälfte des 12 Jahrhunderts - eine Art Bilderbibel in Stein - und ein spätgotisches Sakramentshäuschen. Bemerkenswert sind auch das Säulenportal an der Südseite, die so genannten "Himmelspforte", und die zahlreiche Grabdenkmale aus dem 16. bis 18. Jahrhundert auf dem umgebenden Friedhof.

Oliver Volmerich

Am Tag des offenen Denkmals (9. 9.) ist die St. Peter-Kirche , Syburger Kirchstraße 14, von 12 bis 17 Uhr geöffnet. Nach Bedarf gibt es Kirchenführungen und um 12 Uhr eine Einführung in die Sebastian-Orgel.

Die St. Georg-Kirche , Ruinenstraße 37, ist den ganzen Tag geöffnet. Kirchenführungen sind für 11 und 15 Uhr geplant.

Blicke ins Mittelalter

<p>Als Schmuckstück mittelalterlicher Architektur gilt die St. Georg-Kirche an der Ruinenstraße in Aplerbeck mit ihrem Friedhof. Denkmalbehörde/Wertz</p>

Blicke ins Mittelalter

<p>Noch immer mittelalterlich mutet die Kirche St. Peter mit ihrem Friedhof in Syburg an. Menne</p>

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