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Brekau-Prozess: Fahrerin freigesprochen

DORTMUND Freispruch. Nach Ansicht des Amtsgerichts Güstrow war die Fahrerin des Mannschaftswagens nicht für den tragischen Unfalltod des Dortmunder G8-Polizisten Benjamin Brekau verantwortlich.

von Von Martin von Braunschweig

, 14.12.2007
Brekau-Prozess: Fahrerin freigesprochen

Sein tragischer Tod beschäftigte nun noch einmal das Gericht: Benjamin Brekau.

 

Nach drei langen und nervenaufreibenden Verhandlungstagen hat Richter Karsten Nitschke gestern ein Urteil gesprochen. Ein Urteil, das Benjamin Brekaus Witwe Michaela "erst einmal nicht kommentieren" will. Nur so viel sagte sie gestern: "Dieser Tag war sehr anstrengend für mich. Das muss ich erst sacken lassen."

Erleichtert zeigte sich dagegen der Dortmunder Rechtsanwalt Martin Habig, der die angeklagte Polizistin (26) im Prozess vertreten hatte: "Wir sind zufrieden, denn ein Freispruch ist in unseren Augen die einzig richtige Entscheidung. In dem Mannschaftswagen ist damals etwas passiert, das man nicht mehr meiner Mandantin vorwerfen kann."

An jenem 8. Juni kamen Benjamin Brekau und seine Kollegen gerade vom Abendessen. Vor ihnen lagen noch zwei Stunden Dienst. Die letzten zwei Stunden des Gipfel-Einsatzes. Am nächsten Tag stand die Heimreise an. Nachdem die Gruppe den Ford bestiegen hatte, vergewisserte sich die Fahrerin, dass alle saßen, dann legte sie den ersten Gang ein.

Sekunden später den Halt verloren

Fest steht, dass Benjamin Brekau dann noch einmal aufstand und sich in Richtung Fahrer- und Beifahrersitz beugte. Und fest steht auch, dass er Sekunden später den Halt verlor und rückwärts aus der offenen Schiebetür auf den Asphalt fiel. Drei Tage später starb er an den Folgen seiner schweren Kopfverletzungen.

Warum er das Gleichgewicht verlor, wird sich vielleicht nie aufklären. Den entscheidenden Moment hat angeblich keiner von Brekaus Kollegen mitbekommen. Das Gericht setzte mit seiner Entscheidung jedoch noch einen Schritt früher an. Dass der Polizist noch einmal aufstand, den sicheren Halt aufgab, sei eine "eigenverantwortliche Selbstgefährdung". Der Richter: "Das war für mich ein tragisches Unglück." Ob die Staatsanwaltschaft oder die Nebenklage gegen das Urteil Berufung einlegen wird, ist noch offen.

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