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Briefe, die nie ankamen

DORTMUND-SÜD Immer mysteriöser wird das Verschwinden der Hörder Weihnachtspost. Und die Fälle häufen sich. Von mehr als 100 verschwundenen Briefen berichten Leser der Ruhr Nachrichten.

von Von Julia Gaß

, 02.01.2008
Briefe, die nie ankamen

Auf einer Route vom Höchsten nach Hörde liegen die Briefkästen, aus denen die Weihnachtspost verschwunden ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte überprüfen, ob seine Post tatsächlich angekommen ist.

Nicht nur am Neumarkt, auch im Loh, am Höchsten, Clarenberg und in Benninghofen sind große Mengen Post verschwunden. Ob die Briefe bei der Post verloren gegangen sind oder ob sie von Dieben mit Hoffnung auf Geld aus den Kästen gestohlen wurden, ist weiter unklar.

Frühzeitig hat Waltraud Otte ihre Weihnachtspost am Hörder Neumarkt eingeworfen: 29 Briefe mit Grußkarten - nicht einer ist angekommen. Auch Helga Nahberg-Emte hat schon zehn Tage vor Weihnachten 13 Briefe am Clarenberg eingeworfen. Sie traf es härter: In zwei Umschlägen waren jeweils 10 Euro. Und auch die Kündigung einer Versicherung ist nicht angekommen. Auf eine Spende verzichten muss ein Kloster in Euskirchen, dem Karin Kraft Geld schicken wollte. Ihre Post ging am Papenkamp verloren.

Extra erst eine knappe Stunde vor der Leerung um 16.15 Uhr hat Horst Hoche seine sechs Briefe dem Kasten an der Rothöfstraße anvertraut. - Keiner erreichte seinen Adressaten. Sogar 40 Briefe hat Barbara Sieberg am Höchsten auf die Reise geschickt. "Das Geld für das Porto hätte ich besser spenden sollen", ärgert sie sich. Die Alzheimer-Gesellschaft berichtet von zwei Briefen, die sie in den Kasten in Benninghofen geworfen hat: "Einer war aufgerissen, der andere ist gar nicht angekommen", erzählt Heide Römer.

"Die Nachforschungen, wo es Schwachstellen gibt, laufen noch", so Achim Gahr, Sprecher der Deutschen Post AG. Alle Briefe, die nicht zugestellt werden können, landen in Marburg - bei der einzigen Post-Stelle, in der sie geöffnet werden dürfen. Die Post wird dort mit Inhalt katalogisiert, die Absender werden benachrichtigt. Das könne ein paar Wochen dauern.

Wenn ein Briefkasten aufgebrochen würde, wisse die Post das. Das sei in Hörde nicht der Fall gewesen. "In der Weihnachtszeit werden in Dortmund täglich 2 Millionen Briefe befördert", so Gahr: "Der Verlust jedes einzelnen Briefes ist furchtbar, aber in der Masse geht er unter. Die Verlustquote bei der Post ist so gering, dass sie nicht messbar wäre."

Die Deutsche Post AG haftet nicht für verschwundene Briefe. Weil keiner nachzuweisen kann, dass der Brief eingeworfen wurde. Selbst ein Zeuge reicht nicht, weil dann immer noch der Empfänger sagen könnte, dass er den Brief nie erhalten hat.  Geld im Umschlag zu verschicken sei nach den allgemeinen Geschäftsbedingungen der Deutsche Post AG sogar verboten, so Sprecher Achim Gahr. Dafür gebe es versicherte Sendungen.

Hinweis: Die Post-Hotline lautet: 0180-23333. Die Polizei empfiehlt in jedem Fall, Anzeige auf der nächsten Wache zu erstatten. Bitte teilen Sie auch uns mit, wo Ihre Post verschwunden ist: Tel. 94 1 36 60 (ab 10 Uhr), E-Mail: do-hoerde@mdhl.de

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