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Bühne frei fürs Rauchverbot

DORTMUND Vorbei sind die Zeiten, in denen der tiefe Zug an einer Zigarette als schick und sexy gegolten hatte. Vorbei die Zeiten, in denen ein Marlboro-Cowboy als Ikone der Freiheit über die Kinoleinwände galoppierte.

von Von Nadja Schöler

, 03.01.2008
Bühne frei fürs Rauchverbot

Werbeleiter Jost Krüger mit Kollegin Petra Luis in der Kantine des Theater Dortmund.

Vorbei ist´s seit 1. Januar auch mit der Raucherfreiheit in Theatern. Dabei pflegen Schauspieler und Künstler nicht selten eine innige Beziehung zum Nikotin. Humphrey Bogart ließ sich im Film "Tote schlafen fest" das Rauchen selbst mit auf dem Rücken gefesselten Händen nicht nehmen, Uma Thurman wäre in "Pulp Fiction" ohne Zigarette wohl nur halb so aufregend gewesen, von Marlene Dietrich ganz zu schweigen.

"Am Theater Dortmund gibt es nur sehr wenige Schauspieler, die nicht rauchen", erklärt Pressereferentin Djamak Homayoun und blickt in die neuerdings rauchfreie Caféteria. Doch selbst für die hartgesottenen Raucher isst es sich ohne blauen Dunst irgendwie appetitlicher. "Wenn man nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt, fühlt man sich besser und das Arbeiten ist jetzt angenehmer", erklärt Bühnen- und Kostümbildner Michael Sieberock-Serafimowitsch.

So viel ändert sich nicht

Jost Krüger, Werbeleiter beim Theater Dortmund, gehört zur aussterbenden Spezies der leidenschaftlichen Vielraucher und sieht seine neue Rolle mit Humor: "Wir gehören jetzt zu einer Minderheit, bald kommen wir alle in den Zoo und nur da kann man uns dann noch sehen."

Er hat Verständnis für das Verbot. "Auf der Bühne durfte man ohnehin nie rauchen, deshalb ändert sich für uns nicht so viel." Dass für manche Künstler die Zigarette zu kreativem Arbeiten dazu gehört, hält er für Selbstbetrug. Rauchen sei einfach "überlieferte Geselligkeit". Nach dieser Geselligkeit suchen Raucher jetzt vergebens. Krüger hoffte auf Gerüchte, die besagten, in einem Untergeschoss des Theaters könne man noch unbemerkt rauchen, doch die Hoffnungen hätten sich zerschlagen...

Rauchen nur mit Sondergenehmigung

Nicht weniger humorvoll nimmt man die Veränderungen am Theater Oberhausen hin, wo die "Rauchbar" nun ihres Namens nicht mehr würdig ist. Man hat sie kurzerhand in "Rauschbar" umbenannt und mit einer nicht ganz ernst gemeinten Talkrunde (Gäste waren Andy Warhol und Klaus Kinski, Moderator Herr Rausch) eingeweiht. Aber was passiert, wenn der Glimmstängel am Theater feste Regieanweisung eines Stückes ist? "Für diesen Fall müssen wir künftig eine Sondergenehmigung der Feuerwehr einholen", sagt Jörn Denhard, Pressesprecher am Schauspielhaus Bochum, wo wie in an den Theatern in Dortmund und Oberhausen seit 1. Januar Foyers und Kantinen rauchfrei sind.

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