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Bühnenreise durch die Nacht

26.08.2007

14.15 Uhr, Roto Theater

"Hah! Ooh! Uah! Heieiei!" gellt es von der Bühne. Ein Dutzend Menschen rubbeln sich ab und massieren ihre Kopfhaut. "Artikulationstraining zum Mitmachen" steht im Programmheft. Fünf Zuschauer haben sich unter die Schauspielschüler der Theaterschule L? Bouche gewagt. "Jetzt machen wir Bodybuilding für unsere 98 mimischen Muskeln. Miau!", sagt Barbara Kleyboldt und verzieht dabei Nase, Augen und Mund.

18 Uhr, Schauspiel-Studio

"Wir haben den ganzen Nachmittag geprobt und eine dringende Frage: Wie hat Borussia gespielt?", begrüßt Dramaturg Felix Mannheim gut 35 Zuschauer zur öffentlichen Probe. "Nur Gutes über die Toten" von Israel Horovitz hat am 9. September deutschsprachige Erstaufführung, noch braucht es ein wenig Feinschliff. Regisseur Günther Beelitz macht leise Einwürfe: "Bleib lakonisch", fordert er Schauspielerin Juliane Gruner auf, oder: "Sag das ironisch". Vier Szenen gibt es zu sehen, dann ist Schluss. "Jetzt will ich auch wissen, wie es weiter geht", sagt eine Zuschauerin.

19.45 Uhr, balou

Ein Dutzend Zuschauer blickt aufs Lehrerpult, auf dem sich ein Wein, Aschenbecher, Plattenspieler und Berge von Singles türmen. Tom Tornados "Monoshow" ist eine Art Geschichtsstunde. Er legt Juliette Gréco, Moondog, Chubby Checker auf, es kratzt und rauscht, Tom Tornado raucht und erzählt aus den 1960er, 1970er Jahren. Später liest er eigene Gedichte, die "Trash Rock Schlund Schlampe" heißen.

22.30 Uhr, Bühne vor dem U

"Weil es nichts auf dieser Welt gibt wo ich lieber bin", singt ein Opernsänger als "Freddy" aus dem Musical "My Fair Lady".

23.15 Uhr, Auerbachs Keller

Zwischen den rot und weiß gestrichenen Säulen des Kellergewölbes liest Claus-Dieter Clausnitzer mit bayerischem Akzent Gerhart Polt. Viele Zuhörer sitzen schon seit einer Stunde in der ehemaligen und vielleicht auch zukünftigen Kneipe unterm U, wo bis halb zwei nonstop gelesen wird. "Also ... genial hier", stammelt eine Besucherin mit Sektglas in der Hand. 23.40 Uhr, Traumraum

Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer beobachtet eine Bauchtänzerin. "Ich bin sicher, das U hat seit heute eine neue Fangemeinde", sagt er und schaut sehr zufrieden. "Die Plätze rund um den Turm sollten Freiräume für ähnliche Veranstaltungen bleiben", kündigt er an.

Irgendwann später ....

Die Menge tanzt und schwitzt, die Eis-Skulptur tropft, das U strahlt. Theaternacht-Organisator Horst Hanke-Lindemann auch. pin

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