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Bunker-Abriss verärgert Bürger

Böse Überraschung

SCHARNHORST Plötzlich war er weg: der Einmann-Splitterbunker aus dem Zweiten Weltkrieg im Wäldchen nahe der Siegfried-Drupp-Straße. Abgerissen von der Stadt Dortmund, obwohl er als mögliches Denkmal seit 2008 zur Diskussion stand.

von Von Petra Frommeyer

, 14.04.2010
Bunker-Abriss verärgert Bürger

Bezirksbürgermeister Rüdiger Schmidt.

Als sie vor einem Berg von Schutt standen, waren Bürger und Politiker gleichermaßen irritiert. "Denn eigentlich war der Bunker als schützenswert eingestuft worden und sollte unter Denkmalschutz gestellt werden", ist Bezirksbürgermeister

  verärgert über die Kommunikationspanne. In einem Brief an den Leiter des Stadtplanungs- und Tiefbauamtes Ludger Wilde, bat Schmidt, dass die Verwaltung eine kurzfristige Klärung herbeiführen solle.

"Meine Nachforschungen haben ergeben, dass der Bunker im Krieg am Eingang zu einem Lager für italienische Gefangene stand. Bei einem Bombenangriff sollte er den Wachmannschaften Schutz und Deckung bieten," so Schmidt. Auf jeden Fall hat die Verwaltung, ohne die Bezirksvertretung zu informieren, Fakten geschaffen und das Relikt aus dem Krieg abgerissen. Der Technische Objektverantwortliche für den Bezirks Scharnhorst war bei einem Ortstermin an der Siegfried-Drupp-Schule von den Lehrern darauf aufmerksam gemacht worden, dass der "Aufbau" eine Unfallgefahr für die Schüler darstelle.

Die Jungen und Mädchen der Grundschule besuchen im Rahmen des Unterrichts häufiger das Wäldchen. Aus Verkehrssicherungsgründen und weil akute Unfallgefahr bestand, habe man sich zu diesem Schritt entschieden, heißt es in dem Antwortschreiben an den Bezirksbürgermeister. Selbstverständlich habe man zuvor Prüfungen im Sinne des Denkmalschutzes durchgeführt. Vor dem Abriss habe der Objektverantwortliche versucht, den Bunker zunächst sichern zu lassen. Das sei gescheitert, weil das Objekt von der Verwaltung als Immobilie eingestuft worden sei. Eine Genehmigung zum Abriss sei nicht nötig gewesen.