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Cannabis: Jeder Dritte hat probiert

DORTMUND Die Techniker Krankenkasse warnt vor der Verharmlosung der illegalen Droge Cannabis. In Dortmund hätten immerhin 22.000 Teenager Erfahrung mit dem Rauschmittel, das aus Hanf gewonnen wird. Das wäre also jeder dritte Jugendliche in der Stadt. Nach Angaben der TK häufen sich auch die Klinikeinweisungen wegen Verhaltensauffälligkeiten.

von von Ulrike Böhm-Heffels

, 18.10.2007
Cannabis: Jeder Dritte hat probiert

Jeder dritte Jugendliche soll Erfahrungen mit Cannabis haben.

Die Krankenkasse warnt eindringlich vor den Folgen: „Regelmäßiger Cannabis-Konsum erhöht das Risiko, an Psychosen wie Wahnvorstellungen oder Halluzinationen zu erkranken. Hinzu kommt, dass die Teerstoffe in Cannabis viel krebserregender sind als die im normalen Tabak. Drei bis vier Joints schädigen die Lunge so stark wie etwa 20 Zigaretten“, so Meike Buchwald, Sprecherin der TK in Dortmund. Vor Panikmache warnt wiederum Hans Adam, Leiter der Drogenberatungsstelle (Drobs) am Schwanenwall. Schließlich lande nicht jeder, der einmal Haschisch geraucht hat, später zwingend an der Heroin-Spritze. Die weitaus meisten Jugendlichen, vornehmlich junge Männer, probierten Cannabis aus Neugierde nur aus. Eine Konsum-Steigerung in Dortmund sieht Adam nicht. „Im Gegenteil. Die hatten wir vor drei, vier Jahren.“ Die Drobs erweiterte damals ihr Beratungsangebot für Eltern. Adam überschlägt: jährlich 80 bis 90 Cannabis-Konsumenten, die beraten werden, und etwa 50 Eltern. Bedarf gibt's aber auch in der Behandlung hartnäckiger Fälle: So richtete die LWL-Klinik in Aplerbeck eine ambulante Cannabis-Gruppe ein. Dr. Gerhard Reymann, Chefarzt der Abteilung Suchtmedizin, hält gestiegene Konsumenten-Zahlen für realistisch. Sie hätten extrem hohe Anfragen in der Beratung. Die Gruppe bietet zwölf Behandlungsplätze für junge Erwachsene. Laut Reymann hätten viele Menschen, die unter einer schizophrenen Psychose litten, vormals Cannabis konsumiert. Weitere Informationen zum Thema in der morgigen Ausgabe der Ruhr Nachrichten.

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