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Clara Hedwig entwirft Taschen, Schmuck und Mode

Dortmunder Unternehmen Clara Himmel

Vor vier Jahren fing Clara Hedwig an, aus Stoffresten Taschen zu nähen und sie im Internet zu verkaufen. Jetzt führt sie unter dem Namen Clara Himmel einen erfolgreichen Online-Shop, hat ein eigenes Atelier in Hörde und einen großen Traum.

DORTMUND

, 04.03.2018
Clara Hedwig entwirft Taschen, Schmuck und Mode

Clara Hedwig entwirft unter dem Namen Clara Himmel Taschen, Rucksäcke, Stirnbänder, Schmuck und bald auch Mode. © Stephan Schuetze

Die Welt von Clara Himmel ist pastellig. Rosarot. Himmelblau. Mintgrün. Sie ist federleicht, minimalistisch, unkompliziert – und vor allem: erfolgreich.

Vor vier Jahren fing Clara Hedwig an, die ersten Taschen für ihr Modelabel zu nähen. Mittlerweile ist Clara Himmel ein erfolgreiches, wachsendes Unternehmen. Die 30-Jährige bietet Taschen und Täschchen, Haarbänder, Schmuck und bald Mode in ihrem Onlineshop und seit Dezember in ihrem Atelier im Burgunderviertel in Hörde an.

Beim Design-Gipfel und der Glowcon

Das zweistöckige Ladenlokal ist für Clara Hedwig ihr Kreativort. Hier entwirft und näht sie Prototypen, macht Fotos, präsentiert und verkauft ihre Designs. Zurzeit bastelt sie an einem Messestand. Am Wochenende stellt sie ihre Produkte beim Design-Gipfel aus, eine Woche später ist sie bei der neuen Messe Glowcon in der Westfalenhalle.

Eine große Chance für die Designerin. Denn zu der Messe werden Tausende junge und vor allem sehr internetaffine Frauen erwartet – genau ihre Zielgruppe.

Ein Job am Dortmunder Theater

Nach Dortmund ist Clara Hedwig vor vier Jahren für einen Job am Theater gekommen. Aufgewachsen ist sie in Hamm, studiert hat sie Freie Kunst in Braunschweig und Kostümdesign und Szenografie in Hannover. Nach dem Studium ging sie zunächst zum Skateboard- und Streetwear-Unternehmen Titus nach Münster, dann zum Modeunternehmen Joop nach Bielefeld. Aber irgendwann, erzählt sie, habe sie gemerkt, dass die Modeindustrie nicht das Richtige für sie ist. Sie wollte zurück zum Theater, dahin, wo sie ursprünglich herkam.

Am Dortmunder Theater bekam sie eine Stelle als Kostüm- und Bühnenbildassistentin. Sie arbeitete unter anderem an dem Bühnenbild für das Stück „Borderline Prozession“ mit, das das Schauspiel im Megastore in Hörde zeigte.

Die ersten Taschen

Parallel fing sie an, aus Stoffen, die sie noch hatte, Taschen zu nähen. An ein eigenes Unternehmen habe sie damals gar nicht gedacht. Es sei eher so gewesen, dass sie ganz gut ein bisschen Geld habe gebrauchen können. Deshalb habe sie die Taschen über ein Verkaufsportal im Internet angeboten. Das Interesse war da, auch ihren Freundinnen gefielen die Sachen und auch deren Freundinnen... „Das hat sich immer so weiterentwickelt“, sagt Clara Hedwig. „Den Leuten gefällt, was ich mache und das macht mich glücklich.“

Die Taschen nähte sie vor und nach der Arbeit, verschickte sie an die Kunden, veröffentlichte Bilder in den sozialen Netzwerken. „Ich weiß gar nicht mehr, woher ich die Energie genommen habe“, sagt Clara Hedwig.

Die Selbstständigkeit

Ende 2016 entschied sie, sich ganz auf Clara Himmel zu konzentrieren, den Job am Theater zu kündigen. „Ich wollte immer etwas Eigenes machen, diese Chance musste ich nutzen“, sagt sie. Jetzt ist sie seit einem Jahr selbstständig.

Die ersten Taschen hat Clara Hedwig noch zu Hause am Küchentisch genäht, dann richtete sie sich ein Atelier in ihrer Wohnung ein, aber auch das war irgendwann zu klein. In Hörde, an der Wellinghofer Straße, fand sie im vergangenen Jahr das Ladenlokal, das jetzt Atelier, Werkstatt und Shop ist.

Die erste Modekollektion

Mit einem Turnbeutel fing alles an. Mittlerweile hat Clara Hedwig mehrere Kollektionen entworfen, sie macht Rucksäcke, Clutches, Kosmetikbeutel, Handtaschen. Die meisten aus Stoff, manche aus Kork. Sie entwirft auch Schmuck und Haarbänder. In ein paar Wochen sollen ihre ersten Kleidungsstücke auf den Markt kommen.

Die 30-Jährige bleibt ihrem Stil dabei treu, die Schnitte sind schlicht, die Farben hell und unaufdringlich. „Es sind Kleidungsstücke für den Alltag“, sagt sie und holt ein rosa Sweatshirt-Kleid von der Kleiderstange in ihrem Atelier. „Ich entwickle mich durch jedes Produkt, das ich entwerfe“, sagt Clara Hedwig.

Die Seele des Unternehmens

Die Nachfrage nach ihren Stücken ist mittlerweile so groß, dass sie längst nicht mehr alles alleine nähen kann. Deshalb arbeitet sie mit einer Näherei in Dortmund zusammen. Ihr großer Traum, sagt sie, wäre es aber, hier eine eigene Textilproduktion zu eröffnen. Für sie sei es sehr wichtig, einen Weg zu finden, der wirtschaftlich ist, aber auch fair für alle. Nachhaltigkeit liegt ihr sehr am Herzen. Und sie habe das Gefühl, dass sich auch langsam bei den Konsumenten etwas entwickle – weg von der Wegwerfmentalität.

Was sie bei ihren früheren Jobs gelernt habe: Ein Unternehmen braucht eine Seele, nur dann kann es erfolgreich funktionieren. Die Seele von Clara Himmel, das ist sie.

Das Clara-Himmel-Atelier, an der Wellinghofer Straße 44, hat donnerstags und freitags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Infos gibt es auf der Webseite. Der Design-Gipfel läuft am Samstag (3.3.) und Sonntag (4.3.) im Depot, Immermanstraße 29. Öffnungszeiten: jeweils von 12 bis 18 Uhr. Eintritt: Eintritt 3 Euro, Kinder unter 14 Jahren haben freien Eintritt. Weitere Infos gibt es auf der Webseite. Die Glow am 10. und 11. März in den Westfalenhallen ist bereits ausverkauft.
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