Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Danke, Fred, das war gut

hörde Er kam mit einer Kladde voller neuer Lieder für eine neue CD und verließ das Cabaret Queue nach 180 Minuten Lebensberatung. Ein Ohrenschmaus für Liebhaber gut versteckter Zwischentöne.

26.08.2007

Lieber Fred, eigentlich wollte ich am Freitagabend 'ne Runde mit dem Motorrad drehen, um den Kopf frei zu kriegen, aber dann habe ich zu Hause gesagt: "Komm', wir gehn mal ins Queue. Da singt der Ape."

Da saßest Du nun mit einem Barhocker auf der Bühne und erzähltest mit Liedern aus deinem, aus unserem Leben, das viele Parallelen aufzuweisen hat, wie Du dem aufrichtigen Applaus am Ende entnehmen konntest.

Wie Du uns mit den Liedern und zwischen den Zeilen das Leben erklärt hast, es waren nicht die Interpretationen eines Freigeistes, nein Fred, das war die Wahrheit. Die sich vor lauter Lügen in diesem Leben nicht mehr unter die Leute traut. Und Du bist es, der sie vertonst und wieder salonfähig machst.

Dein Lied aus der U-Bahn, dein Lied über den Lärm, dein Lied über Lennon - deine Lieder, das sind Lieder über das Leben ("Die Besten sterben immer zu früh"), wie es wirklich ist und wie es nur einer beschreiben kann, der bis zuletzt beim FC Brünninghausen im Tor gestanden und früher auf der Stockumer Straße die Kohlen in den Keller geschippt hat. Wenn Du vom Kohlen-Karl, vom Klüngelkerl und vom Eiermann singst, dann blickst Du für uns, mit uns in eine friedliche Zeit. "Früher gab es noch eine Zukunft." Was für ein Satz.

Deine Zukunft von damals ist jetzt. Du singst von großen Häusern und kleinen Familien, von viel Medizin und weniger Gesunden und singst ins Mikro: "Wir wollen alles wissen und keiner will verstehen ... Wir fliegen ins Weltall, aber kennen den Nachbarn nicht ... wir haben viel Rhythmus, aber wenig Takt ... wir haben wenig Glauben und zu viel Vatikan" und so weiter und so fort ...

Wenn Du da sitzt und singst, wenn Du der Welt die Leviten liest, dann erreicht eine klare Sprache unser Hirn und räumst im Rhythmus der Gitarre unseren mit Floskeln und medialem Schwachsinn überfrachteten Kopf auf.

Fred, warum Du das Afghanistan-Bundeswehr-Lied (oder das Religionslied oder das Johannes-B.-Kerner-Lied) noch nicht im ARD-"Scheibenwischer" gesunden hast, ich weiß es nicht. Ist aber auch egal. Für uns, die am Freitag da waren, bist Du ein Großer, der im kleinen Cabaret Queue am besten wirkt. Noch besser als 'ne Moppedtour. Peter Bandermann

www.fred-ape.de

Lesen Sie jetzt