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Das Theater rockt

Breitbeinig steht Matthias Heße da, die Gitarre im Schritt, und lässt die Seiten jaulen. "Hatten wir uns schon geeinigt, wie der Song anfängt?", erkundigt sich Jakob Schneider.

10.10.2007

Wir befinden uns im Theater-Keller, genau unter der Drehbühne des großen Hauses. Normalerweise bewegen sich die vier Musiker darauf. Denn "Komakino", so der Name der Band, besteht aus vier Schauspielern des Ensembles. Zusammen sind sie zum Beispiel in der aktuellen Produktion "Kommt ein Mann zur Welt" zu sehen. Am Freitagabend allerdings spielen sie ohne Kostüme, ohne Text und ohne Regie: Dann gibt es ein Konzert im Theater; am Sonntag folgt der erste Gig außerhalb.

"Von einer Theaterband würde man ja eigentlich etwas anderes erwarten, vielleicht Chansons oder Lieder von Kurt Weill", sagt Drummer Günther Harder und lacht. Chansons sind es nicht gerade, die die vier in klassischer Rock-Besetzung durch den Verstärker jagen. "Wave-Punk" nennen sie den Musikstil: laut, punkig, ein bisschen düster, mit Synthie-Sound durchsetzt.

Dabei fing alles ganz klassisch an, nämlich mit Schiller und Beethoven. Im Schiller-Jahr 2005 gründete sich "Komakino", als man während einer Schiller-Nacht die Ode an die Freude aufführte - natürlich in einer Punk-Version. "Komakino" war geboren. "Eigentlich sind wir ja alle Sänger", sagt Günther K. Harder. Da man jedoch keine A-cappella-Gruppe gründen wollte, entschied sich Patrick Jurowski fürs Keyboard, Matthias Heße für die E-Gitarre, Harder fürs Schlagzeug und Jakob Schneider für Bass und Gesang. Er ist es auch, der die Lieder schreibt - man spielt nur eigene Songs.

Das Repertoire reicht inzwischen locker für einen einstündigen Auftritt. Geprobt wird nach den (Schauspiel-)Proben und Auftritten - also meist gegen 22 Uhr. Nicht selten, dass die Band noch weit nach Mitternacht im Schauspielhaus wummert. "Es ist ja auch nicht gerade die Musik, die einem einfällt, wenn man nach elf Stunden Schlaf ausgeruht zu einem Waldlauf aufbricht", untertreibt Jakob Schneider grinsend. Nach Konzerten sind die vier oft "so euphorisch wie selten nach einem Theaterabend", sagt er, "es ist ein tolles Ventil". Eine Rolle spielen sie hinter ihren Instrumenten nicht: "Das bin absolut ich". Katrin Pinetzki

12.10., 23 Uhr, Schauspielhaus, Unterbühne; 14.10., 20 Uhr, Trödler/Café Einstein, Josephstr. 2 www.komakino-online.de

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