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Den Ideen Farbe geben

DORSTFELD Einmal pro Woche verwandelt sich Zimmer 23 des Creativ-Zentrums in einen Raum voller Landschaften. Dann nehmen acht gestandene Damen und Herren zwischen 40 und 85 die Pinsel in die Hand, um mit Öl und Ideen an neuen Horizonten zu feilen.

20.12.2007

Den Ideen Farbe geben

"Am Anfang gehe ich immer einmal durch und schaue, was sich auf den Bildern verändert hat", erzählt Elke Grau (55), während sie ihrem kleinen schwarzen Nashorn die Zehen rot lackiert. "Ich finde es interessant, wie schnell die Stimmung auf der Leinwand wechseln kann."

Den Anstoß dafür gibt meistens Bärbel Thier-Jaspert, die den Kunst-Kursus leitet. "Überleg mal, welche Stimmung dein Bild haben soll", rät sie Marie-Luise Dingerdissen-Epple. Dem toskanischen Tal fehlt noch der letzte Schliff. "Ist es morgens oder abends, sonnig oder bewölkt?", regt die Kursleiterin an.

Große Individualisten

Ein guter Rat, findet die Schülerin. "Wir sind hier alles große Individualisten mit ganz eigenen Bedürfnissen", sagt sie. "Bärbel macht das ganz toll!"

Die vielseitig ausgebildete Kursleiterin (Buchkunst, Malerei, neue Medien, Studium der visuellen Kommunikation) will ihre Schützlinge "motivieren, ihren eigenen Ansatz zu finden". Deswegen sei die Themenvorgabe immer möglichst offen: "'Landschaften' kann ja vieles beinhalten, auch Körper oder Gedanken".

Oder Collagen: Jochen Schroer hat Figuren aus der Zeitung ausgeschnitten und in seine Leinwand-Gegend geklebt. Das gemalte Ödland sei für ihn Neuland und das Meer sein Hauptmotiv, sagt der 76-Jährige. Vielleicht auch, weil flink gepinselte Wasserflächen seinem Malstil entgegenkommen: "Ein Bild muss an einem Tag fertig sein", stimmt er mit Kollege van Gogh überein.

Flirrendes Licht

Ruhig und still sind dagegen die menschenleeren Idyllen von Helga Wittke. "Die Weite, das türkise Wasser und das flirrende Licht" hat sie in ihrem Rügen-Panorama in Acryl gefasst, das den Natur-Hymnen Caspar David Friedrichs folgt.

Von flirrendem Licht durchwirkt, strahlt auch das Laub von Jürgen Barz' "Großer Baum" in impressionistischem Glanz. Er griff nach seiner Parkinson-Diagnose zum Pinsel, "als Selbsttherapie". Mit Erfolg: Das ungewollte Zittern seiner Hand ist den gekonnt gezogenen Überstrahlungen des Zauns im Gegenlicht nicht anzumerken. "Wenn Sie wüssten", scherzt der 65-Jährige.

Hauptsache: Humor

"Humor ist schließlich die Hauptsache", findet auch Gisela Rumpelt. Vor zwölf Jahren wurde sie über die Ruhr Nachrichten auf den Vorgängerkursus im Haus Schulte-Witten aufmerksam. Ihre "Weihnachtslandschaft" mit Nussknacker und Opernhaus-Handtasche sei aber eine Ausnahme in ihrem Oeuvre: "Ich male am liebsten dünne Männer mit dicken Frauen."

Neue Ansätze durch freie Selbstentfaltung - klappt doch wunderbar.

"Eigentlich male ich lieber harmonische Farbflächen", sagt Elke Grau mit Blick auf ihren Leuchtturm unterm Küstenhimmel. "Aber ich wollte mal Wolken probieren." tag

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<p>Helga Wittke: "Meine Bilder entstehen aus der Erinnerung. Zum Beispiel an Rügen."</p>

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<p>Astrid Becker (40): "Rot beinhaltet Kraft, Kreativität und Lebensfreude." Der Kunst-Kursus gibt ihr und ihren Mitstreitern Gelegenheit, all das auszuleben. RN-Fotos Abegg</p>

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<p>"An meinen Bildern erkenne ich meine Stimmungen."</p> <p>Jürgen Barz (65)</p>

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