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Der Poker ums Programmkino geht in die nächste Runde

Roxy-Kino

DORTMUND Die Gemengelage um die cineastische Kulturinsel Roxy ist unübersichtlich: Der Vermieter der Immobilie hält nach der Kündigung seitens der Kinobetreiberin nach neuen Kino-Mietern Ausschau. Jetzt sagt Noch-Betreiberin Gerlinde Veddeler-Johanssen: „Ich bin klipp und klar daran interessiert, das Roxy zu behalten.“

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 27.04.2010
Der Poker ums Programmkino geht in die nächste Runde

Wohin geht die Reise, Roxy? Das aktuelle Mietverhältnis, das ist gewiss, ist im Oktober Geschichte.

Von ihrer Seite sei das gemeinsame Tischtuch mit Vermieter Jörn Schulte keineswegs zerschnitten. Dass sie den Mietvertrag für ihr Kino zu Ende Oktober gekündigt hat, hänge mit der erfolgten Liquidierung der Roxy-GmbH zusammen. Nach dem Tod von Programmmacher Bernd Twardy und dem Ausscheiden weiterer Partner sei das Modell der GmbH obsolet geworden. „Seit Januar laufen Roxy und Camera als Firma auf meinen Namen“, so Gerlinde Veddeler-Johanssen.

Seither bemühe sie sich um einen Mietvertrag, der den neuen Eigentumsverhältnissen Rechnung trage. „Aber ich bekomme keinen. Es gab Angebote mit Lauffristen von zehn Monaten, aber nichts, das Planungssicherheit versprach.“ Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, habe sie den alten Vertrag gekündigt. „Wenn ich Fördermittel beantrage, muss ich Papiere vorzeigen, die auf dem neuesten Stand sind. Der Vertrag mit der GmbH ist aber Makulatur“, beschreibt Veddeler-Johanssen ihr Dilemma. Das „Roxy“ aufzugeben, sei nie ihr Plan gewesen, dafür stecke zu viel Herzblut in dem Projekt. Wie soll es weitergehen im Pokern um das „Roxy“? Der Kino-Chefin liegt ein konkretes Angebot des Vermieters vor, das sie in den nächsten Tagen beantworten will. Sie hoffe weiterhin auf eine Einigung trotz beiderseitiger Drohkulisse.

„Ich bin selbstverständlich bereit, mich mit Frau Veddeler-Johanssen erneut an einen Tisch zu setzen“, sagt Vermieter Jörn Schulte. Und betont sein Interesse, die Kulturinsel im Dortmunder Norden zu erhalten. „Ich muss allerdings auch anderen Interessenten, die sich beworben haben, gerecht werden und mit denen die Lage klären.“ 

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