Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Der Sauna-Meister mit dem Wedel-Trick

29.01.2008

Der Sauna-Meister mit dem Wedel-Trick

<p>Bernd Brüseke bereitet seinen Lieblingsaufguss vor der Salzstollen-Sauna vor. Heckenkamp</p>

5 vor 5 in Dortmund. Jeden Mittwoch porträtieren wir Menschen unserer Stadt.

Um fünf vor Fünf ist Bernd Brüseke nackt. Jedenfalls fast. Jedenfalls am Wochenende. Denn dann geht der kaufmännische Angestellte bei DEW 21 seinem Zweit-Job nach. Wobei - für ihn ist es eher Hobby denn Arbeit: "Service-Kraft Sauna", so der gängige Titel. Oder einfach "Sauna-Meister". So nennen ihn Stammgäste, und von denen hat Bernd Brüseke viele.

"Na, Bernd, wie geht's?", spricht ihn ein gelassen daher schreitender Nackter im Saunagarten des Revierparks Wischlingen an. "Alles klar." Ich schau Bernd Brüseke von der Seite an: "Stammkunde?" "Ja, dann kenn' ich schon lange." Der 43-Jährige scheint nicht übertrieben zu haben, was seine guten Beziehungen zur zahlenden Kundschaft angehen.

Er zeigt mir den Arbeitsraum, in dem er um 16.55 Uhr am Wochenende den Aufguss vorbereitet. Er mischt zwei Salzsorten mit etwas Sole, schlingt sich ein Tuch um seine kräftigen Hüften. "Dann feuchte ich das Wedel-Handtuch an. Mit einem feuchten Tuch kann ich besser wedeln." Bernd Brüseke, ein Profi im Nebenjob.

Den füllt er, und er ihn, seit 14 Jahren aus. So lange schon sorgt der gebürtige Dortmunder für heiße Köpfe im Revierpark. Seine Spezialität: die so genannten Erlebnis-Aufgüsse. "Mein liebster ist der in der Salzstollen-Sauna." In der dunklen, kompakten Schwitzkiste mit der alten Bergbaulore sei der Kontakt zur Kundschaft besonders eng. Ein Scherzchen darf bei dem 10- bis 15-minütigen Aufguss-Ritual nicht fehlen. Den Schwitzer-Spruch: "Fängse jezt ma endlich an?" kann er allerdings nicht mehr hören.

Krumm nimmt er seinen Gästen solche Platitüden natürlich nicht. Dafür liebt er den Job, liebt er den Kontakt zu Menschen viel zu sehr.

Übrigens muss er nach solch einem Aufguss, genau wie die Gäste, unter die Dusche. "Ich schwitze sogar mehr. Denn die Gäste dürfen entspannt sitzen, ich muss ja was tun." Jörg Heckenkamp

Lesen Sie jetzt