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Der Tod kommt per Mausklick

09.03.2008

Der Tod kommt per Mausklick

<p>"World of Woyzeck" am Freitag im Depot. Bock/newspic.de</p>

Was haben Büchners "Woyzeck" und die Amokschützen unserer Tage gemein? Es sind einsame, beziehungsgestörte Außenseiter. Namenlose, die erst durch ein blutiges Fanal Aufmerksamkeit finden. Von diesem Ansatz ausgehend, hat die Theaterwerkstatt Westfalenkolleg "World of Woyzeck" entwickelt.

Woyzeck als Zocker. Computergames sind seine Welt. Wo der Tod per Mausklick kommt, Spielen zur Sucht wird, die Droge ins Bewusstsein sickert und frustrierte Videojunkies ihren Abgang als tödlichen "Shoot-Out" in der Wirklichkeit inszenieren.

Am Freitag hatte das Stück Premiere im Theater im Depot. Einmal mehr zeigen Mechtild Janßen und Klaus Pfeiffer (Regie), dass sie ein Händchen für griffige Bildmetaphern haben. Das zeigt sich in Requisiten, Kostümen und Spielszenen.

Ein Administrator sagt Spiel-Levels an. Die Bühne ist virtueller Kampfplatz, der mit dem Mord an Marie zur realen Welt wird. "Angel of Death", "Rebel Doom Maker" rufen Spieler ihre Kampfnamen. "Franz Woyzeck" ist auch dabei, trägt Tarnkluft und Spaten. Duelle zwischen Kickboxen, Fechten und Schießerei. Woyzecks Marie himmelt einen Schlagergott an. Er lädt seine Hassbatterie ... Zu Besuch im Paralleluniversum von "Counterstrike". Wo Töten einzige Lebensäußerung ist, werden Spieler zu kalten Marionetten. Maries Leiche fotografieren sie per Handy: "Krass! Nummer Eins bei YouTube!"

Ein galliger Kommentar zur Daddel-Manie, prima inszeniert. Kai

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