Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Der Traum vom Fliegen

Wir kennen uns erst seit wenigen Minuten, sind gerade gemeinsam in ein kleines Flugzeug gestiegen, als Horst (49) seine Arme vor der Brust verschränkt und diesen Adrenalin-Satz sagt. "Du kannst jetzt starten."

31.08.2007

So sind sie, die Fluglehrer: locker-flockig. Wenn ich will, kann ich also den Start machen - warum auch nicht? Hat doch jedes Kind schon von geträumt. Ich drehe den Zündschlüssel und drücke den Startknopf. Der Motor der Cessna 172, auch Skyhawk genannt, beginnt zu stottern, der Propeller an der Nase des Flugzeugs setzt sich in Gang und dreht hoch. Sämtliche Teile im Inneren der Maschine vibrieren.

Es ist meine erste Flugstunde. Zitternd folge ich den Anweisungen von Horst, einem erfahrenen Piloten, der schon seit 1987 fliegt. Es ist wie in der Fahrstunde. Horst hat, genau wie ich, Fußpedale und ein Steuerhorn zum Lenken. Aber er benutzt sie nicht und ist die Ruhe selbst. Nervös lenke ich allein die Cessna 172 auf die Startbahn.

"Du fliegst selbst"

Als ich vor einer Stunde am Flughafen ankam, hatte ich nicht im Traum daran gedacht, selbst am Steuer eines Flugzeuges zu sitzen. Als Frank Schemmer, Chef der Flugschule "Aviation Sky", mir sagte "Du fliegst selbst" stimmte ich zwar zu. Mein angsterfüllter Blick entging ihm aber nicht, denn er riet mir: "Setzt dich einfach in die Maschine rein." In diese beflügelte Seifenkiste? Mir ist ein wenig bange. Nun stehen wir in Startposition. "Beschleunigen bis 130 und dann hoch damit", sagt Horst, der die Ruhe selbst ist. Mehr oder weniger entschlossen gehorche ich. Das Ende der Startbahn kommt mit erhöhter Geschwindigkeit auf uns zu. Endlich: 130 Kilometer. Ich ziehe das Steuerhorn zu mir her. Der Horizont verschwindet, macht Platz für ganz viel Himmel. Für einen Moment habe ich Schmetterlinge im Bauch und einen Druck auf den Ohren. Ich schlucke ein paar Mal. Ich fliege. Unfassbar. Ein Kinderspiel. Und Horst? Er grinst breit.

Um mich herum ist nur Luft. Einziger Halt ist der Beckengurt, der mich auf meinem Sitz festhält. Die ersten Minuten bin ich so angespannt, dass ich mich nur nach vorn zu schauen traue. Doch mit der Zeit werde ich mutig: ein Blick nach links aus dem Seitenfenster. Was für ein Ausblick. Wir fliegen über die A 2 an der Lippe entlang und kreisen um Schloss Nordkirchen. Ich verliere jegliches Zeitgefühl. Fliegen ist schon ein tolles Erlebnis.

Horst drückt mir seinen Ellbogen in die Seite. "Hey, aufwachen." Ich erschrecke. Wo bin ich? Ach ja, im Flugzeug. Das steht vor dem Hangar. Alles nur geträumt.

Lesen Sie jetzt