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Die Armen werden mehr

KÖRNE Wie in einem Supermarkt stapeln sich im Libori-Gemeindehaus an der Paderborner Straße die Lebensmittel: Brot, Wurst, Käse, verschiedene Gemüsesorten. Jeden Montag werden diese Waren an Bedürftige verteilt.

03.03.2008

Vor genau drei Jahren eröffnete in den Räumlichkeiten der Libori-Gemeinde die zweite Dortmunder Tafel-Filiale. Vier Monate später, im Juli 2004, erfolgte die erste Ausgabe von Lebensmitteln. "Damals hatten wir gerade mal 36 Kunden," erzählt Egon Gennat, Pressesprecher der Dortmunder Tafel. "Heute sind es schon über 100."

Und Gennat weiß: "Ohne die ansässigen Supermärkte und sonstigen Spender von nah und fern wäre das niemals möglich gewesen. Deshalb hoffen wir auch in Zukunft auf weitere Unterstützung."

Die gespendeten Waren entsprechen natürlich nicht dem Supermarktstandard. Im Gegenteil: Die Lebensmittel stehen meist einen Tag vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums und werden deshalb von den Unternehmen entsorgt.

"Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, nehmen diese Produkte aber dankbar an", weiß Liane Hamelmann, Filialleiterin und Vorsitzende der kfd St. Liborius.

Neben 14 anderen Ehrenamtlichen hilft sie jede Woche bei der Essensvergabe. "Ich komme dann zwar selbst gerade von meinem Job und bin geschafft, aber es ist immer wieder schön, anderen Menschen zu helfen."

Dabei ist die Arbeit der Tafel-Mitarbeiter alles andere als ein Zuckerschlecken: Die Waren müssen in Kisten abgeholt, aufgestellt und letztlich an über 70 Menschen verteilt werden. "Die Fahrer und Helfer vor Ort müssen schon richtig anpacken können," sagt Egon Gennat.

"Die Arbeit ist aber keine wirkliche Arbeit, wenn man Gutes tun und Bedürftigen helfen kann," findet Liane Hamelmann.

Damit am Tag der Ausgabe die Lebensmittel auch nur an die wirklich Bedürftigen verteilt werden, gibt es sogenannte Einkaufskarten.

"Man muss bei uns seine Bedürftigkeit nachweisen und bekommt dann einen solchen Pass", erläutert Gennat. "Leider gibt es momentan mehr Bewerber als Karten," gesteht er. "Wir leiden an Platzmangel und können auf Dauer nicht garantieren, dass genügend Lebensmittel für noch mehr Menschen da sind." Nadine Weinands

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