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Die Gericht-Highlights des Jahres

DORTMUND Die Welt ist bunt, und die Geschichten an den Dortmunder Gerichten sind es auch. Auch in diesem Jahr gaben sich dort die schillernden Figuren wieder die Klinke in die Hand: Menschen mit außergewöhnlichem Geschmack, fiesen Tricks oder ganz gemeiner Gesinnung.

von Von Martin von Braunschweig

, 28.12.2007
Die Gericht-Highlights des Jahres

Der Prozess gegen die dreifache Babymörderin Sabrina L. sorgte für das größte Aufsehen.

Für das größte Aufsehen sorgte der Prozess gegen die dreifache Babymörderin Sabrina L. (28). Die Angeklagte hatte in den Jahren 2001 und 2004 ihre drei Kinder Chantal, Pascal und Kevin erstickt. Erst mit Hilfe eines verdeckten Ermittlers kam ihr die Polizei schließlich auf die Schliche. Die Strafe: lebenslänglich mit besonderer Schwere der Schuld.

Den peinlichsten Auftritt legte ein Dolmetscher für die arabische Sprache hin. Schon bei der Eidesformel musste der Mann kapitulieren. Auch im vierten Anlauf gelang es ihm nicht, den Satz in fehlerfreiem Deutsch nachzusprechen. Der Richter schickte ihn kurzerhand wieder nach Hause.

Den gemeinsten Trick hatte sich ein 35-jähriger Dortmunder ausgedacht. Der Mann trieb sich in Seniorenwohnanlagen herum und gab sich dort als Heizungsmonteur aus. Die gutgläubigen Rentner ließen ihn in ihre Wohnungen und wurden prompt bestohlen. Urteil: zwei Jahre und vier Monaten Haft.

Gleich zweimal auf der Anklagebank derselben Strafkammer: Das schaffte in diesem Jahr ein 49-jähriger Alkoholiker. Im Januar sprachen ihn die Richter aus Mangel an Beweisen vom Vorwurf der Brandstiftung frei. Doch schon zwei Wochen nach seiner Entlassung aus der U-Haft brannte es schon wieder. Im zweiten Prozess hatten die Richter keine Zweifel mehr: fünf Jahre Haft.

Über das tragischste Unglück wurde am Amtsgericht Güstrow verhandelt. Der Dortmunder Polizist Benjamin Brekau hatte sich am Rande des G8-Gipfels bei einem Sturz aus einem Mannschaftswagen tödliche Kopfverletzungen zugezogen. Die Staatsanwaltschaft erhob daraufhin Anklage gegen die Fahrerin des Wagens, eine ebenfalls aus Dortmund stammende Polizistin. Das Gericht sprach die 26-Jährige jedoch frei.

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