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Die Geschichte des Jahres

30.12.2007

Die Geschichte des Jahres

Heute ist der letzten Tag des Jahres. Die offiziellen Rückblicke sind gesendet. Das Bild des Jahres ist gedruckt. Zeit, sich einmal in einem stillem Moment zu fragen: Was eigentlich ist mir wichtig gewesen im abgelaufenen Jahr, mir persönlich, jenseits der offiziellen Bilanzen? Was haben Sie erlebt oder gehört, das Sie nicht so schnell vergessen werden? Was ist Ihre Geschichte des Jahres?

Meine Geschichte des Jahres ist diese: Eine Bekannte erzählte mir, ihre hochbetagte Mutter sei gestorben. Der Vater war bereits als Soldat im 2. Weltkrieg geblieben, er wurde vermisst. Als die Bekannte nun den Nachlass regeln wollte, gab es Ärger mit dem Erbschein. Sie stellte zu ihrer Überraschung fest, dass ihr Vater sechzig Jahre nach Kriegsende immer noch amtlich als vermisst galt. Die Mutter hatte es ihr Leben lang nicht übers Herz gebracht, ihn offiziell für tot erklären zu lassen. - Mich rührt diese Geschichte. Sie erzählt von einer großen Liebe. Sie erzählt von einem schweren Abschied, der nicht recht gelingen wollte.

Haben Sie auch so etwas erlebt oder gehört? Etwas Ungewöhnliches, was sie beeindruckt hat? Was würden Sie erzählen als ihre Geschichte des Jahres?

Als Dortmunder können wir auch gemeinsam Geschichten erzählen, Stadtgeschichten. Von wachsender Armut in unserer Mitte. Aber auch davon, dass endlich mal die Zahl der Arbeitslosen gesunken ist. Vielleicht schwarz-gelbe Geschichten, die uns mehr oder weniger erheitern. Oder jene "unendliche" Geschichte, bei der ein Bahnhof ein Rolle spielt. Dortmunder Geschichten eben.

Bibel gibt Rahmen

Es gibt noch eine Geschichte, die wir uns erzählen können. Es geht um Tod und Leben, um Glaube, Liebe und Hoffnung. Und um Frieden und Gerechtigkeit unter den Menschen. Eine Geschichte, die die Zeit überdauert. Die Bibel erzählt sie.

Diese Geschichte ist nicht vorbei. Sie geht weiter, auch hier in Dortmund. Selbst dann, wenn wir es nicht so genau merken: Es ist eine Geschichte, an der wir Anteil haben dürfen und in der wir vorkommen. Diese Geschichte gibt unseren Geschichten einen neuen Rahmen.

Ich grüße Sie am Ende dieses Jahres mit einem Wort aus der Bibel, der Jahreslosung 2008: Jesus Christus spricht: Ich lebe und ihr sollt auch leben.

Friedrich Stiller , 1961 in Bielefeld geboren, verheiratet, zwei Kinder. Seit 1996 leitet der Pfarrer in der evangelischen Kirche in Dortmund-Lünen das "Referat für Gesellschaftliche Verantwortung". E-Mail: RGV@VKK-DO.de

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