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Die Wellenreiter

Manchen in der CDU kam es vor wie eine Revolution. Die bisherigen Stellvertreter von Parteichef Erich G. Fritz (60), Matthias Ulrich (45) und Sascha Mader (42), wurden beim Parteitag am vergangenen Samstag aus der dreiköpfigen Vize-Riege gekegelt. Hineingewählt als neue Angreifer: Uwe Waßmann (44) und Steffen Kanitz (23). RN-Redakteurin Gaby Kolle sprach mit den beiden Hoffnungsträgern der Partei.

31.08.2007

Die Wellenreiter

Neue Vize-Chefs der Dortmunder CDU: Steffen Kanitz und Uwe Waßmann stellen sich im RN-Interview den Fragen unserer Redaktion.

Sie sind das, was Parteichef Erich G. Fritz "Aktivposten" nennt. Sind Sie zwei schon ein Team? Kommen Sie miteinander klar?

Kanitz : Wir sind ein sehr gutes Team und schon seit zwei Jahren. Wir haben uns über den Landtagswahlkampf kennen gelernt und arbeiten seitdem sehr gut zusammen.

Waßmann : Wir haben auch gemeinsam den Bundestagswahlkampf erlebt, bei dem ich Wahlkampfleiter für Dortmund war mit Steffen Kanitz an der Seite. Wir haben uns da kennen und schätzen gelernt.

Es ist kein Geheimnis, dass die Dritte in der Stellvertreter-Riege, Claudia Middendorf, sich schwer tut mit der neuen Lösung. Wie wollen Sie aus dem Duo Kanitz/Waßmann ein Trio mit Middendorf machen?

Waßmann : Anhand der Arbeit, die vor uns liegt. Claudia Middendorf ist lange genug dabei, genau wie wir zu wissen, dass wir vom Parteitag einen Auftrag für die nächsten zwei Jahre haben, den wir bestmöglich zu erfüllen haben. Ich gehe davon aus, dass wir ein prima Team sein werden.

Kanitz : Claudia deckt als CDA-Vorsitzende den wichtigen Arbeitnehmer-Flügel ab und steht für Sozialpolitik. Wir wollen die Menschen mitnehmen, und das kann Claudia.

In Gesprächen mit Parteimitgliedern kann man den Eindruck bekommen, dass es nach dem Parteitag eine Trennungslinie zwischen Norden und Süden gibt.

Waßmann : Es gibt keine Trennungslinie. Es ist zu Veränderungen gekommen, aber das führt nicht dazu, dass es Trennungslinien gibt, sondern unsere Partei hat sich entschlossen, mutig nach vorn zu schauen.

Herr Kanitz, was sagen Sie denen, die meinen, der Kanitz ist noch so jung, der geht nach seinem Studium ohnehin aus Dortmund weg und wäre als Hoffnungsträger dann für uns verloren?

Kanitz: Wenn man jungen Leuten keine Chance gibt, dann kann man auch nicht ausprobieren, ob sie bleiben. Mein Ziel ist, in Dortmund zu bleiben, gute Arbeit zu leisten und Sprachrohr für die Jugend zu sein. Mit der Vorstandswahl hat die CDU deutlich bewiesen, dass sie eine sehr moderne Partei ist, die Bewährtes wahrt und Neues wagt.

Wie werden Sie sich verhalten, wenn Sie einem Polit-Profi wie SPD-Parteichef Franz-Josef Drabig gegenüber sitzen und über die neuen Wahlbezirksgrenzen streiten sollen?

Kanitz : Da werde ich nicht blauäugig hineingehen, sondern auf erfahrene Parteikollegen zurückgreifen. Den Schwerpunkt meiner Arbeit sehe ich ohnehin in der Jugendarbeit. Ich will die Partei attraktiver machen für junge Wähler.

Herr Waßmann, Ihnen wird vorgeworfen zu polarisieren. Auch nach innen.

Waßmann : Noch einmal, der Parteitag hat gezeigt, dass es keine Spaltungstendenzen gibt. Es war ganz deutlich zu erkennen, dass die CDU aus einer Art Lethargie erwacht ist und ich vielleicht diese Strömung verkörpere. Ich möchte schon 2009 Mehrheiten erreichen. Da muss man auch mal polarisieren.

Woran soll die Partei Sie beide in zwei Jahren messen?

Waßmann : Das ist relativ einfach. Ob es uns gelingt, unsere Partei als echte politische Alternative zu Rot-Grün weiter herauszuarbeiten. Wir erleben in Dortmund eine äußerst schwache, innerlich zerrissene SPD, Grüne, die eine teilweise unerträgliche Dominanz in der Stadt ausüben, da gilt es dann wieder zu polarisieren und deutlich zu machen, wo wir uns abgrenzen.

Kanitz: Mein Ziel speziell ist, mehr Jungwähler, junge Mitglieder zu gewinnen.

Herr Waßmann, glauben Sie wirklich, die rot-grüne Mehrheit im Rat brechen zu können?

Waßmann : Ja. Unsere Stadt ist im Umbruch. Montan-Arbeitsplätze sind nicht mehr vorhanden. Die Bevölkerungsstruktur verändert sich. Das bedeutet ein enormes Potenzial für die CDU. Und dieses Potenzial müssen wir ansprechen. Es gibt eine große Unzufriedenheit mit den Genossen in der Stadt, mit dem OB und der SPD-Fraktion.

Mit welchen Themen wollen Sie Wahlkampf machen?

Waßmann : Wir werden 2008 ein attraktives Wahlprogramm erarbeiten . . .

. . . und wollen sich also nicht in die Karten schauen lassen?

Kanitz : Mir ist der demographische Wandel wichtig, den die SPD völlig negiert, der aber zu einem gesellschaftlichen Umbruch führen wird, den wir uns in Dortmund noch gar nicht vorstellen können.

Womit fangen Sie morgen an?

Waßmann: Wir wollen auf der Welle der Aufbruchsstimmung in der CDU reiten. Sie soll wachsen. Wohldosiert wachsen. Bis in den Wahlkampf hinein. Dann schwappt die Welle über Rot-Grün zusammen.

Kanitz: Sie donnert über Rot-Grün herein.

Eine ausführlichere Version des Interviews finden Sie unter www.RuhrNachrichten.de

Die Wellenreiter

Neue Vize-Chefs der Dortmunder CDU: Steffen Kanitz und Uwe Waßmann (Foto) stellen sich im RN-Interview den Fragen unserer Redaktion. 28.08.2007 Foto: Andreas Wegener/RN

Die Wellenreiter

Neue Vize-Chefs der Dortmunder CDU: Steffen Kanitz (Foto) und Uwe Waßmann stellen sich im RN-Interview den Fragen unserer Redaktion. 28.08.2007 Foto: Andreas Wegener/RN

Die Wellenreiter

Uwe Waßmann: Es gibt keine Trennungslinie in der CDU.

Die Wellenreiter

Steffen Kanitz: Welle donnert über Rot-Grün herein.

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