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Die etwas andere Meisterschaft

BVB mit blauem Auge davongekommen

21.05.2007

Jubel in Stuttgart. Trauer auf Schalke. Schadenfreude in Dortmund. War die Saison also eine gute Saison? Dortmund, seien wir ehrlich, ist noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen. Da ist es Balsam, dass man zumindest dem ungeliebten Nachbarn die Siegerlaune verderben konnte. Oder war das Unvermögen der Knappen selbst, die beim Revierderby einfach einen schlechten Tag hatten? Egal. Die Saison ist gelaufen. Die Meisterschaft entschieden. «We are the champions!» Identität durch Abgrenzung. Das setzt zwar große Emotionen frei, spornt zu Hochleistungen an und stiftet gelb-schwarzes oder blau-weißes Selbstwertgefühl. Gut, solange die Rivalität auf dem Fußballfeld ausgetragen wird. Bedenklich, wenn die Schlacht zwischen Religionen und Konfessionen, Parteien und Nationen, Mentalitäten und Kulturen geschlagen wird. Identität durch Abgrenzung und Ausgrenzung führt nie zu einem entspannten und befreiten Miteinander. Sie hat einen Webfehler: Sie ist immer defensiv. Wir gegen den Rest der Welt, und die fängt meist bereits hinter dem eigenen Gartenzaun an. Ja dort vor allem. An Pfingsten war das anders. Da machten Leute, die nichts, aber auch gar nichts miteinander gemein hatten, unerwartet die Entdeckung, dass sie auf derselben Seite standen, ja dass sie geistesverwandt waren, jenseits aller Unterschiede und Identitäten, weil sie einen gemeinsamen Bezugspunkt hatten: Gott, der sich jedem auf seine Weise zu erkennen, in seiner Sprache zu verstehen gibt. Das stiftet Gemeinsamkeit über alle Grenzen und Abgrenzungen hinweg. Wer seine Identität in Gott gefunden hat, der kann es sich sogar zur Lebensaufgabe machen, Grenzen zu überwinden und Einheit zu stiften: mit Gott und untereinander. Wenn am Vortag von Pfingsten in Paderborn Priesterweihe ist, dann ist auch ein Dortmunder dabei. Seine Lieblingsfarbe wird wohl weiterhin Schwarz-Gelb sein. Aber sein Traum geht weiter, auch wenn das letzte Spiel schon lange abgepfiffen ist. , Dr. Peter Klasvogt klasvogt@kommen de-dortmund.de geb. 1957, studierte in Paderborn, Jerusalem, Augsburg. Er arbeitete zwölf Jahre im Erzbischöfl. Priesterseminar Paderborn, leitet nun die Kommende Brackel und die Kath. Akademie Schwerte.

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